Set-Unfall mit zwei Toten: Wieso die Familien Tom Cruise eine Mitschuld geben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Soll die Mitschuld am Tod zweier Piloten tragen: Tom Cruise

Bei den Dreharbeiten zu Tom Cruises neuer Actionkomödie "Barry Seal: Only in America" kamen im Herbst 2015 zwei angeheuerte Piloten bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien ums Leben. Die Familien der beiden Getöteten klagten 2016 gegen die Macher des Films. In neuen Gerichtsdokumenten, die dem US-Magazin "People" vorliegen sollen, wird nun ersichtlich: Die Familien geben Regisseur Doug Liman (52, "Edge of Tomorrow") und Hauptdarsteller Tom Cruise (55, "Top Gun") eine Mitschuld an dem Unglück. Das Verlangen der beiden, einen "risikoreichen, actionerfüllten Spielfilm" zu drehen, habe den Unfall begünstigt.

Nicht nur hätten die Anforderungen, die Liman und Cruise an Cast und Crew stellten, dutzende zusätzliche Arbeitsstunden bedeutet. "Versäumnisse in der Planung, Koordinierung, Ausführung und bei der Flugsicherheit" hätten zur Folge gehabt, dass "ein unqualifizierter und unvorbereiteter Pilot dazu gezwungen wurde, bei schlechtem Wetter einen gefährlichen Flug in einer Vintage-Maschine über einen ihm kaum bekannten Gebirgspass" zu machen, wie es in der Klage gegen die Produzenten heiße. Cruise und Liman seien zwar nicht selbst angeklagt, die Familien behaupteten aber, dass die beiden "fahrlässig" gehandelt hätten.

Hier können Sie "Barry Seal" bereits auf Blu-ray vorbestellen

Hätte er selbst fliegen können?

Laut der Klage habe sich ein ausführender Produzent gegenüber einer Versicherungsfirma über Cruise und Liman beschwert. Die beiden fügten angeblich komplette Szenen und Luftaufnahmen spontan dem Drehplan hinzu. Die vergangenen zwei Tage hätten den Produzenten in die "wahnwitzigste Situation" gebracht, mit der er sich je hätte auseinandersetzen müssen.

Einer der verunglückten Piloten habe vor seinem Tod eine E-Mail verfasst, in der er den Film als "das gefährlichste Projekt, an dem ich je mitgewirkt habe" bezeichnet hatte. Es gebe nur "eine sehr dünne Linie zwischen der Sicherheit aller Aktivitäten in der Luft und einem Unfall". Leider wurde diese Linie überflogen. Weiter unterbreiten die Familien der Opfer, dass Cruise, der selbst einen Pilotenschein besitzt, selbst den Steuerknüppel in der Hand hätte halten können, da er "ein gut qualifizierter Pilot" sei, der sich mit der Maschine und der Flugroute ausgekannt habe.

Korrektur anregen