Medienbericht: Russische Agenten organisierten Wahlkampf-Events zur Unterstützung von Trump

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TRUMP FLORIDA
Medienbericht: Russische Propaganda-Agenten organisierten "Flash Mobs" zur Unterstützung von Trump | Mike Segar / Reuters
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  • Russland hat massiven Einfluss auf die US-Wahlen im letzten Jahr genommen - um Trump zu helfen
  • Dessen sind sich die Geheimdienste der Vereinigten Staaten sicher
  • Nun beschreibt ein Medienbericht erstmals, wie russische Agenten Trump-Unterstützer bei Facebook manipulierten

Die Russland-Affäre von US-Präsident Trump ist derzeit der schlagzeilenträchtigste Skandal der Vereinigten Staaten.

Die zwei großen Fragen, denen der Sonderermittler Robert Mueller nachgeht: Hat Donald Trump sich mit dem Kreml eingelassen oder nicht und ob Russland die US-Wahl manipuliert hat?

Beweise dafür, dass Trump mit dem Kreml kooperiert hat, gibt es bisher nicht - US-Geheimdiensten zufolge wohl aber dafür, dass Wladimir Putins Regierung die Wahl in den USA aus eigenem Antrieb beeinflusst hat. Und das zugunsten Trumps.

Ein Bericht des Nachrichtenportals "The Daily Beast" offenbart nun, wie russische Agenten dabei mutmaßlich vorgingen.

Es ist laut dem Nachrichtenportal das erste Mal, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der US-Wahl und der russischen Regierung nachgewiesen wird.

Aus Russland organisierte Fan-Treffen für Donald Trump

Laut "The Daily Beast" betrieben russischen Agenten eine Facebook-Seite in den USA. Ihr Name: "Being Patriotic". Auf der Seite riefen die Russen zu Veranstaltungen unter dem Namen "Florida Goes Trump" auf.

Über die Seite riefen sie demnach für den 20. August 2016 zu 17 spontanen Demonstrationen - sogenannten "Flash Mobs - in mehreren Städten des US-Bundesstaates auf.

"Am 20. August wollen wir Patrioten auf den Straßen von Floridas Städten versammeln und gemeinsam marschieren, um Amerika zu vereinen und Donald Trump zu unterstützen", habe es auf der Facebook-Seite laut "Daily Beast" geheißen.

Und weiter: "Unser Flash-Mob wird an mehreren Orten gleichzeitig passieren, ihr erhaltet bald mehr Informationen über die Standorte. Go Donald!"

Facebook habe die Seite "Being Patriotic" ebenso wie deren Event mittlerweile im Zuge seines Vorgehens gegen russische Propaganda gelöscht, wie "Daily Beast" berichtet.

Nicht nur geplante Demonstrationen - sondern auch Aufrufe zur Gewalt

Laut der US-Nachrichtenseite ist nicht klar, wie viele Menschen tatsächlich bei den Spontan-Demos, zu denen die russische Seite aufforderte, erschienen sind. Von "einigen Dutzend" ist die Rede.

Ein ehemaliger FBI-Agent namens Clint Watts, der zum Thema russische Beeinflussung der US-Wahl auch vor dem US-Senat aussagte, sagte "Daily Beast" jedoch: "Diese Methoden wären mehr als nur ein Versuch der Online-Manipulation. Wenn die Spur tatsächlich nach Russland führt, dann kann niemand mehr abstreiten, dass das fremde Einflussnahme auf eine Wahl war. "

Tatsächlich berichtet "Daily Beast" noch von weiteren Aktionen der russischen "Being Patriotic"-Gruppe. Auf dem Twitter-Account der Organisation sei etwa zur Gewalt aufgerufen worden. "Verhaftet und erschießt jeden Scheißkerl, der unsere Flagge verbrennt", soll es dort geheißen haben.

In einem anderen Tweet sei eine "Being Patriotic Hotline" beworben worden, bei der Trump-Anhänger Vorfälle von Wahlmanipulationen melden sollten. Die Nummer sei mittlerweile nicht mehr geschaltet.

Trumps Wahlkampfhelfer weisen jedes Wissen über russische Einflussnahme von sich

Mitarbeiter des Trump-Wahlkampfteams - sowohl auf nationaler Ebene als auch in Florida - distanzierten sich gegenüber "The Daily Beast" von den Aktivitäten von "Being Patriotic". Sie weisen jedes Wissen über russische Einflussnahme von sich.

Susie Wiles, Trumps Wahlkampfmanagerin in Florida, sagte der US-Nachrichtenseite, ein in Broward County stattfindender "Flash Mob" sei "kein offizielles Wahlkampf-Event" gewesen.

Und das, obwohl die Veranstaltung laut "Daily Beast" auf der offiziellen Wahlkampfseite für Trump in Broward Country beworben wurde - und dort später auch Fotos und Videos von dem Treffen zu sehen waren.

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(ben)

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