Trumps Wahlkampfberater bot russischem Milliardär exklusiven Zugang zum Präsidenten an

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Trumps ehemaliger Wahlkampfberater Paul Manafort | Carlo Allegri / Reuters
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  • Die Ermittlungen in der Russland-Affäre haben eine neue Wendung genommen
  • Trumps Wahlkampfmanager soll einem russischen Milliardär exklusiven Zugang zum Präsidenten angeboten haben
  • FBI-Sonderermittler haben außerdem das Weiße Haus ins Visier genommen

Für Donald Trump müssen sich die Ermittlungen in der Russlandaffäre wie eine Art Wasserfolter anfühlen: Beinahe jeden Tag kommt ein neues Detail ans Licht, dass den US-Präsidenten weiter belastet.

Die neueste Entwicklung: Trumps Wahlkampfberater Paul Manafort soll einem russischen Milliardär exklusiven Zugang zu Trump angeboten haben. Das berichtet unter anderem die "Washington Post". Manafort war zwischen März und August im vergangenen Jahr Wahlkampfmanager des späteren US-Präsidenten.

"Wenn er private Briefings erhalten will, können wir das arrangieren", soll Manafort über einen Mittelsmann dem russischen Oligarchen, der enge Kontakte zu Wladimir Putin unterhalten soll, in einer E-Mail im Juli 2016 geschrieben haben. Angenommen wurde das Angebot von der russischen Seite aber wohl nicht.

Sonderermittler fordert Dokumente vom Weißen Haus

Für sich genommen, wäre die Enthüllung nicht weiter spektakulär. Aber das Ermittler-Team, das von Sonderermittler Robert Mueller geleitet wird, glaubt, dass die E-Mail darauf hindeutet, dass Manafort seinen Zugang zu Trump geschäftlich nutzen wollte.

Sprich: Gegen Bezahlung sollten mit der russischen Regierung eng verbandelte Personen exklusive Informationen aus dem US-Wahlkampf erhalten.

Und noch eine weitere Entwicklung muss Donald Trump Sorgen machen: Mueller hat vom Weißen Haus die Herausgabe von Dokumenten gefordert, die mit der Entlassung seines nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn und dem früheren FBI-Direktor James Comey zusammenhängen.

Beide spielen eine zentrale Rolle in der Russland-Affäre: Comey wollte Trump nicht zusagen, dass er nicht gegen ihn ermitteln würde. Beobachter glauben, dass Trump ihn deshalb entließ.

Flynn wiederum wird verdächtigt, mit russischen Hackern in Kontakt gestanden zu haben, die die US-Wahl manipuliert haben könnten. Außerdem soll Flynn dem russischen Botschafter in den USA während des Wahlkampfes in Aussicht gestellt haben, dass die Sanktionen gegen Russland gelockert würden, falls Trump Präsident wird. Wegen dieser Vorwürfe musste Flynn zurücktreten.

FBI überwachte Manafort

Erst Anfang dieser Woche war publik geworden, dass das FBI Manafort vor und nach der Wahl 2016 abgehört haben soll. Ein geheimer gerichtlicher Beschluss habe die Überwachung der Ermittler berechtigt. Bereits seit 2014 sollen die Ermittler Manaforts Tätigkeit für eine ukrainische Partei mit pro-russischer Ausrichtung untersucht haben.

Manafort sei erneut in den Fokus der Ermittler geraten, als das FBI dem Verdacht nachging, ob das Trump-Team mit Russland zusammengearbeitet hat, um den Ausgang der Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen.

Manafort gilt als Person von besonderem Interesse in den Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller. Auch diverse Untersuchungsausschüsse befassen sich mit dem 68-Jährigen.

Dubiose Geschäftsbeziehungen nach Russland

Im Juli haben FBI-Agenten Manaforts Haus durchsucht. Laut einem Bericht der "New York Times" vom Montag sollen die Beamten am Ende der Razzia zu Manafort gesagt haben, sie würden ihn verklagen.

Manafort steht wegen der Russland-Ermittlungen enorm unter Druck - wegen seiner Geschäftsbeziehungen nach Russland und zur Ukraine. Im Juni ließ sich Manafort rückwirkend als Auslandsvertreter registrieren, zehn Monate, nachdem seine Lobbyarbeit für die Ukraine enthüllt wurde.

Zudem sollen sich die FBI-Ermittler laut Medienberichten für Manaforts Immobiliengeschäfte und seine Beziehungen zu russischen Oligarchen interessieren.

Manafort berät jetzt die Kurden

Manafort nahm auch an dem brisanten Treffen von Trumps jüngsten Sohn mit einer russischen Anwältin teil.

In den vergangenen Wochen haben die Russland-Ermittlungen wieder Fahrt aufgenommen. So soll auch Manafort nochmals vor einem Untersuchungsausschuss aussagen.

Den Geschäftsbeziehungen von Manafort scheinen die Ermittlungen allerdings nicht zu schaden. Laut Medienberichten sollen ihn die Kurden im Nordirak als Berater engagiert haben, um die Unabhängigkeit des Volkes vom Irak voranzutreiben.

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(ll)

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