"Der alte Größenwahn": Linken-Spitzenkandidat Bartsch zieht über Mallorca-Plakat der FDP her

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BARTSCH
Großdeutsche Phantasien? Linken-Spitzenkandidat Bartsch zieht über die FDP her | dpa
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  • Die FDP hat mit einem Plakat auf Mallorca um Wähler geworben
  • Der Linke-Politiker Dietmar Bartsch fand das "daneben"

Viele Mallorca-Urlauber haben verwundert auf dieses Plakat geblickt: "Auch im 17. Bundesland darf man wählen", stand da in magenta-farbener Schrift auf gelben Hintergrund.

Mit dem Motiv warb die FDP um Briefwahl-Stimmen von Deutschen auf der Balearen-Insel.

Das stieß im Internet auf viel Unverständnis. Auch Linke-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch zog nun im Interview mit der deutschsprachigen Regionalzeitung "Mallorca-Zeitung" über die Aktion der Liberalen her - mit einem absurd wirkenden Vergleich.

Bartsch sagte, er könne verstehen, dass sich Menschen über das FDP-Plakat aufregen. "17. Bundesland ist eine Anmaßung, die ich daneben finde", urteilte der Linke-Politiker.

Was, wenn Holländer unsere Camping-Plätze besetzen?"

Dann verwies Bartsch auf die Geschichte Deutschlands: "Das kommt mit dem Hintergrund der deutschen Geschichte selbst ironisch nicht gut an."

Würden Holländer deutsche Camingplätze zu "niederländischen Exklaven" erklären, fände das auch niemand "prickelnd". "Die Umfragen haben die FDP wohl dazu verleitet, den alten Größenwahn wieder aufleben zu lassen", sagte Bartsch.

Er selber sei das letzte Mal vor zwei Jahren auf Mallorca gewesen.

"Das war natürlich als Gag gedacht"

Die FDP hatte das Wahlplakat als "PR-Aktion" oder "Gag" bezeichnet - nicht als Wahlwerbung.

"Das war natürlich als Gag gedacht", sagte FDP-Pressesprecher Nils Droste dem "Mallorca-Magazin". "Wenn man sich Kampagnen der FDP anguckt, wird immer wieder auffallen, dass ein gewisser Teil Provokation dabei ist."

Eine Provokation, die bei Bartsch definitiv gewirkt hat.

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(jg)

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