Rosch ha-Schana: So feiern Juden ihr Neujahrsfest 2017

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ROSH HASHANAH
Frohes Neues! Das gilt für Juden am Donnerstag und Freitag. | chameleonseye via Getty Images
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  • Ohne Raketen beginnt für Judentum am Donnerstag ein neues Jahr
  • Sie feiern damit den Jahrestag der göttlichen Erschaffung der Menschen
  • Wie Juden Rosch ha-Schana feiern

Frohes Neues! Das gilt für Juden am Donnerstag und Freitag, wenn sie Rosch ha-Schana feiern. Denn mit den ersten beiden Tagen des jüdischen Kalendermonats Tischri beginnt für Juden nun das Jahr 5778.

Das Fest gilt als "Tag der Erinnerung" und des Posaunenschalls, schreibt Heinrich Simon in seinem Buch zu jüdischen Feiertagen.

Woran erinnern sich Juden an diesen Tagen?

Denn Rosch ha-Schana soll der Tag sein, an dem Gott die Menschen erschaffen habe, sagte der Rabbiner Steven Langnas der "Süddeutschen Zeitung" .

Jedes Jahr entscheide Gott zu dieser Zeit über das Schicksal im kommenden Jahr. Zehn Tage lang lasse er sich Zeit - bis Jom Kippur. Daher gehen Gläubige auch viel in die Synagoge. Das Interesse erinnert an das christliche Weihnachtsfest.

Wie Rosch ha-Schana gefeiert wird

Damit sich die Menschen wieder an ihre moralischen Pflichten erinnern, wird im Morgengottesdienst ein Widderhorn geblasen, das auch Posaune oder Schofar genannt wird.

Wie am 1. Januar ist es auch im jüdischen Neujahr Zeit für gute Vorsätze, die die Gläubigen mit guten Verhalten zeigen sollen. So entschuldigen sich Juden auch zum Fest bewusst für ihre Fehler.

→ Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Abend zuvor. Denn anders als unser gregorianische Kalender basiert die jüdische Zeitrechnung nicht auf dem Verlauf der Sonne, sondern auf dem des Mondes. Daher beginnen die Tage bereits am Abend, wenn es dunkel wird. Übrigens: Auch der Islam orientiert sich am Mondkalender - und feiert deshalb zeitgleich mit den Juden den Beginn des neuen Jahres.

Die Juden beginnen ihr Rosch ha-Schana mit einem Festmahl am ersten Abend. Die Anwesenden waschen sich vor dem Essen rituell die Hände von den Sünden rein. Viele Speisen symbolisieren zudem die Wünsche für das neue Jahr:

  • Äpfel stehen für Fruchtbarkeit.
  • Honig symbolisiert ein süßes Jahr.
  • Der Fischkopf muss nicht gegessen werden - soll aber für Vermögen im neuen Jahr sorgen.
  • Das Challa, ein rundes gewundenes Weißbrot, erinnert an den Jahresverlauf - an Zukunft und Vergangenheit.

Die Lage in Israel

Israel schließt an jüdischen Feiertagen immer wieder die Grenzübergänge und begründet dies mit Sicherheitsbedenken. So auch am Donnerstag. Die Regierung hat das Westjordanland und den Gazastreifen vor dem jüdischen Neujahrsfest abgeriegelt.

Palästinenser dürfen in den kommenden Tagen nur in besonderen Fällen ausreisen, wie eine Sprecherin der Armee am Mittwoch sagte. Dazu zählten auch humanitäre Fälle. Die Regelung gilt von Dienstagnacht bis Samstagnacht. Palästinenser können sonst auch mit Arbeitsgenehmigungen nach Israel einreisen.

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Mit dpa-Material.

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