Politikwissenschaftler: "Man wird zu einem Teil bereits als Linker oder Rechter geboren"

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Junge Fans von Angela Merkel | getty
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  • Was beeinflusst die politischen Standpunkte von Bürgern?
  • Ein Schweizer Forscher glaubt: Der Charakter - und der sei zu Teilen angeboren

Der Schweizer Politikwissenschaftler Markus Freitag, der in einer groß angelegten Studie die Wähler seines Landes untersucht hat, hält die politische Präferenz von Menschen für in Teilen genetisch vorgegeben.

"Es ist im Charakter angelegt, welche politische Position jemand einnimmt", sagte Freitag in einem Gespräch mit der Schweiz-Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit".

"Da unsere Charakterzüge zur Hälfte vererbt sind, heißt das: Man wird zu einem Teil bereits als Linker oder Rechter geboren."

"Wahlentscheidung ist zu komplex"

Freitag ist Professor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern. Für seine Untersuchung hat er 14.000 Schweizerinnen und Schweizer einen Test aus der Persönlichkeitspsychologie absolvieren lassen. Das Modell "Big Five" beschreibt den Menschen anhand von fünf Charakterzügen und fragt, wie offen, gewissenhaft, verträglich, extrovertiert und emotional stabil jemand ist.

Der Politikwissenschaftler hält es für unbedingt notwendig herauszufinden, "wie einzelne Segmente eines Volkes ticken, um politische Entscheidungen an der Urne einordnen zu können".

Allerdings sei eine Wahlentscheidung viel zu komplex, als dass man sie allein anhand von Persönlichkeitsmerkmalen ableiten könne. "Neben dem Charakter spielen auch das Alter, die Bildung, die Erfahrung, das Milieu und unvorhersehbare Ereignisse wie etwa Fukushima eine Rolle."

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