Marken-Experte erklärt am Beispiel Angela Merkel, wie sich das Politiker-Bild verändert hat

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Angela Merkel hat sich schon mit vielen männlichen Staatschefs auseinandergesetzt

Die Zeiten, in denen Politiker einfach nur gute Entscheidungen treffen und markige Reden halten mussten, sind längst passe. Heute sollen vor allem die führenden Politiker immer auch eine schillernde Marke sein. Was Ronald Focken von Kanzlerin Angela Merkel (63) als Marke hält, erklärt der Marken- und Persönlichkeitsmarkenexperte von Serviceplan kurz vor der Bundestagswahl am Sonntag (24.9.) im Interview mit spot on news.

Welche Rolle spielt die Persönlichkeitsmarke bei Politikern früher und heute?

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Ronald Focken: Früher hatten wir mehr Politiker mit klaren Ecken und Kanten und auch mit sehr differenzierten Überzeugungen in den jeweiligen politischen Lagern. Dabei wurde auch sehr oft Symbolpolitik mit Bildern gemacht; man denke an den Kniefall von Willy Brandt oder an die Spaziergänge von Helmut Kohl und Michael Gorbatschow. Dadurch, dass sich heute politische Überzeugungen in den jeweiligen politischen Lagern schnell verändern, wird aber auch das Profil schnell unklar. Wer hätte zum Beispiel vor zehn Jahren gedacht, dass der Atom-Ausstieg durch die CDU realisiert wird?

Wie würden Sie die Marke Angela Merkel beschreiben?

Focken: Eine gute Marke hat meistens drei Facetten. Sie ist anfassbar, international profiliert sowie rational und sachbezogen. Alles trifft auf Angela Merkel zu. So kann sie Alphatiere am besten bändigen.

Kritiker werfen Angela Merkel vor, schwer greifbar zu sein. Wie sehen Sie das?

Focken: Das finde ich nicht. Angela Merkel ist in bestimmten Entscheidungen manchmal sehr überraschend wie beispielsweise bei der Energiewende. Aber sie bietet Kontinuität und die Deutschen haben ein klares Profil im Kopf. Sonst würde es dem Herausforderer Martin Schulz deutlich leichter gelingen, die Wähler zu überzeugen.

Was könnte die Marke Angela Merkel stören?

Focken: Eigentlich kann Angela Merkel sich nur durch falsches Agieren selbst schaden. Das tut sie aber nicht, da sie sehr erfahren ist und genau weiß, wie sie vorgehen muss.

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