Einer der engsten Vertrauten von Trump wurde monatelang vom FBI abgehört

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PAUL MANAFORT
Die Schlinge zieht sich zu: Einer der engsten Vertrauten von Trump wurde monatelang vom FBI abgehört | GETTY
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  • Das FBI soll laut einem CNN-Bericht den ehemaligen Wahlkampf-Manager von Donald Trump, Paul Manafort, monatelang abgehört haben
  • Manafort soll Russland aufgefordert haben, im Wahlkampf Trump zu helfen

Lange war es eher still um die Ermittlungen in der Russland-Affäre. Nun hat der US-Sender CNN Informationen veröffentlicht, die einen der engsten Vertrauten von Donald Trump gehörig unter Druck setzt.

Das FBI habe Paul Manafort vor und nach der Wahl 2016 abgehört, berichtet CNN. Manafort war zwischen März und August im vergangenen Jahr Wahlkampfmanager des späteren US-Präsidenten.

Ein geheimer gerichtlicher Beschluss habe die Überwachung der Ermittler berechtigt. Bereits seit 2014 sollen die Ermittler Manaforts Tätigkeit für eine ukrainische Partei mit pro-russischer Ausrichtung untersucht haben.

Manafort sei erneut in den Fokus der Ermittler geraten, als das FBI dem Verdacht nachging, ob das Trump-Team mit Russland zusammengearbeitet hat, um den Ausgang der Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen.

FBI durchsuchte Manaforts Haus im Juli

Die Ermittler hätten Hinweise gefunden, dass Manafort die russische Seite ermutigt habe, im Wahlkampf zu helfen. Das sollen drei Personen gegenüber CNN gesagt haben, die mit den Ermittlungen vertraut seien. Allerdings schränkten zwei der Quellen ein, dass noch keine endgültigen Beweise vorliegen würden.

Nicht nur die aktuellen Ermittlungen gegen Manafort könnten Trump gehörig in Bedrängnis bringen. US-Journalisten sind auch überzeugt, dass Trump auch nach dem Wahlkampf noch mit Manafort über Russland sprach. Auch diese Gespräche könnte das FBI angehört haben.

Manafort hat in der Vergangenheit ausgesagt, er habe nie wissentlich mit russischen Geheimdienst-Mitarbeitern gesprochen.

Manafort gilt als Person von besonderem Interesse in den Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller. Auch diverse Untersuchungsausschüsse befassen sich mit dem 68-Jährigen.

Im Juli haben FBI-Agenten Manaforts Haus durchsucht. Laut einem Bericht der "New York Times" vom Montag sollen die Beamten am Ende der Razzia zu Manafort gesagt haben, sie würden ihn verklagen.

Russland-Ermittlungen nehmen Fahrt auf

Manafort steht wegen der Russland-Ermittlungen enorm unter Druck - wegen seiner Geschäftsbeziehungen nach Russland und zur Ukraine. Im Juni ließ sich Manafort rückwirkend als Auslandsvertreter registrieren, zehn Monate nachdem seine Lobbyarbeit für die Ukraine enthüllt wurde.

Zudem sollen sich die FBI-Ermittler laut Medienberichten für Manaforts Immobiliengeschäfte und seine Beziehungen zu russischen Oligarchen interessieren.

Manafort nahm auch an dem brisanten Treffen von Trumps jüngsten Sohn mit einer russischen Anwältin teil.

In den vergangenen Wochen haben die Russland-Ermittlungen wieder Fahrt aufgenommen. So soll auch Manafort nochmals vor einem Untersuchungsausschuss aussagen

Facebook-Anzeigen aus Russland

Facebook hatte zuletzt mitgeteilt, dass Personen mit Verbindung nach Russland Anzeigenplätze beim Online-Netzwerk für rund 100.000 Dollar gekauft hätten, um die US-Innenpolitik zu beeinflussen.

Demnach seien rund 470 Profile identifiziert worden, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten.

Der Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, soll von Facebook mit einem Durchsuchungsbefehl weitere Informationen zu den Anzeigen erhalten haben, berichtete die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" vergangene Woche.

Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA grundsätzlich verboten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Leonhard Landes übersetzt und ergänzt.

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