Klaas Heufer-Umlauf befragt AfD-Frau Weidel zur Demokratie in Deutschland - dann wird es völlig irre

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WEIDEL
Alice Weidel bei Klaas Heufer-Umlauf | screenshot
Drucken
  • Alice Weidel war in der ProSieben-Show ein "Ein Mann - eine Wahl" zu Gast
  • Bei der letzten Frage verhedderte sie sich völlig in Widersprüche

In der vorangegangenen Folge erregte ProSieben-Moderator Klaas Heufer-Umlauf mit seiner Wahlsendung Aufsehen, weil er sie kurzerhand in einen Sportwagen verlegte.

Das sollte besonders gut zum FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner passen.

Für sein Treffen mit der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel wählte Klaas am Montagabend einen tristen, dunklen Raum. In dem sich Weidel im Laufe der Sendung heillos verhedderte.

Schon der Start ging daneben.

Weidel spricht sich für "Weltoffenheit" aus

Klaas wollte von der AfD-Kandidatin zuerst wissen, was sie mit Heimat verbinde.

"Etwas Schönes. Etwas, das man bewahren sollte", antwortet die Politikerin. Und sie schiebt nach: "Kosmopolitische Weltoffenheit." Weltoffenheit? Viele AfD-Wähler werden überrascht gewesen sein - und nicht nur die.

Denn Weidel forderte vor kurzem noch, die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz "achtkantig" aus Deutschland rauszuwerfen. Weltoffenheit geht anders.

Klaas schien sich aber an der wirren Aussage nicht zu stören. Dafür brachte er sie mit der letzten Frage der Sendung völlig aus dem Konzept.

Weidel: "Man muss die Demokratie ergänzen ..."

Ob sie an die "Wiederherstellung der Demokratie" in Deutschland bis 2027 glaube, wollte Klaas wissen.

Der Hintergrund: Der Satz taucht in einem Manifest der Partei vom Dezember 2016 auf. Dort fordert die AfD in typisch düsterem Verschwörungssound: "Demokratie wiederherstellen – dem Volk die Staatsgewalt zurückgeben".

Weidel scheint nicht recht zu wissen, was sie mit der Forderung ihrer eigenen Partei anfangen soll.

Sie antwortet Klaas: "Man muss die Demokratie in Deutschland in der Tat ergänzen. Wir schauen in die Schweiz."

Hier unterbricht Klaas: "Hier steht 'Wiederherstellung der deutschen Demokratie'. Ist sie praktisch nicht existent?"

Weidel: "Dann muss die Demokratie ergänzt werden ..."

Weidel: “Wir fordern eine Trennung von Amt und Mandat. Dann muss die Demokratie ergänzt werden, durch Volksentscheide. Halte ich für eine extrem wichtige Sache, um auch die Demokratie zu beleben.”

klaas

(Klaas hakt nach. Screenshot ProSieben)

Hier hakt Klaas wieder nach: "Also beleben, das heißt, sie ist schon noch da?"

Weidel: "Ja, sie ist schon noch da, aber es gibt Schwachpunkte. Trennung von Amt und Mandat…"

Weidel: "Gut, man muss es einfach ergänzen"

Aber auch hiermit gibt sich Klaas nicht zufrieden: "Ja, dann muss man das vielleicht so schreiben. Das ist ja nicht das, was Sie meinen, so wie Sie mir gerade erklärt haben. Dann muss man das doch anders reinschreiben."

Weidel wehrt sich aber noch: "Doch, beispielsweise durch die Trennung von Amt durch. Das wird heute praktiziert, das geht aber nicht."

Und wieder Klaas: "Ergänzung der deutschen Demokratie und nicht Wiederherstellung. Wiederherstellung impliziert doch, dass es nicht existent ist."

Weidel: "Gut, man muss es einfach ergänzen."

Klaas: "Das bitte ändern."

Weidel: "Gut, mache ich."

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png
Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

Passend zum Thema:
Bundestagswahl 2017: Das ist der Unterschied zwischen Erststimme und Zweitstimme
Abgeordnetenwatch-Test: Welcher Direktkandidat verdient die Erststimme?
Wahl-O-Mat: Testet, welche Partei zu euch passt

(ll)

Korrektur anregen