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19/09/2017 13:32 CEST

Bei "Hart aber Fair" scheinen sich Grüne, CSU und AfD einig zu sein - weil Herrmann und Özdemir rumeiern

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Bei "Hart aber Fair" scheinen sich Grüne, CSU und AfD einig zu sein - weil Herrmann und Özdemir rumeiern

  • Bei "Hart aber Fair" diskutieren Politiker der Grünen, der CSU und der AfD über Innere Sicherheit und Flüchtlinge

  • Özdemir, Herrmann und Weidel schienen dabei in einigen Punkten inhaltlich gar nicht weit auseinander zu liegen

Sicherheit und Zuwanderung waren die großen Themen bei "Hart aber Fair" am Montagabend in der ARD. Fragen stellte nicht nur Moderator Frank Plasberg - sondern auch drei Zuschauer per Handyvideo.

"Wie möchten Sie den Familienzug regulieren", lautete die erste Frage einer Zuschauerin beispielsweise.

Eingeladen waren aus der Politik Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel.

Überraschenderweise schienen sich die drei Politiker bei so mancher Frage ziemlich einig - auch, weil sie sich nicht zu eindeutigen Antworten durchringen konnten.

Herrmann verweigert eine klare Aussage

Der Familiennachzug?

Özdemir plädierte für den Nachzug der Kernfamilie, also des Partners und der Kinder.

Herrmann wich der Frage aus. In Bayern seien bisher nur 3000 Syrer und Iraker nachgezogen. “Kein Grund zur Aufregung”, sagte er.

Und Alice Weidel beantwortete die Frage gar nicht - sondern sprach über Fehler bei der Identitätsfeststellung von Flüchtlingen.

Weidel hält sich zurück

Unterschiede in den Antworten zeigten sich auch nicht, weil sich die AfD-Politikerin auffällig zurückhielt.

"CSU, Grüne und AfD wirkten bei 'Hart aber Fair' in einigen Punkten fast schon einig, weil mit Weidel als Talkshow-Rednerin die entscheidenden Unterschiede im politischen Ton nicht hervortraten", kommentierte die "Welt".

So forderten die drei Politiker, dass allen Migranten mit Kursen die Integration erleichtert werden solle. "Bei wirklich Schutzbedürftigen haben wir die Pflicht auszubilden" - dieser Satz stammte von Weidel und nicht etwa von Özdemir.

Özdemir sagte, es mache Sinn, die Zeit für Sprachkurse und eine Ausbildung zu nutzen. Und Herrmann meinte: "Auch wer nur für drei Jahre bleibt, sollte integriert werden, weil wir nicht wissen, wie lange so ein Bürgerkrieg dauert."

"Das ist ja nichts anderes"

Einig waren sich die drei Politiker auch in einem weiteren Punkt: Deutschland solle sich aussuchen können, wer in die Bundesrepublik komme.

Özdemir und Weidel waren beide für ein Einwanderungsgesetz, Herrmann verwies auf die Forderung der Union nach einem Fachkräfte-Zuwanderergesetz. "Das ist ja nichts anderes, als gerade gesagt worden ist", gab Herrmann zu.

Konsequent fasste "Bild"-Journalist Nikolaus Blome, der mit in der Runde saß, zusammen: Nach der Wahl werde es ein Einwanderungsgesetz geben - unter welchem Namen auch immer.

Beim Thema Abschiebungen von Straftätern drückte sich schließlich Özdemir vor einer eindeutigen Antwort.

Özdemir eiert rum

Am vergangenen Dienstag hatte die Bundesregierung acht abgelehnte Asylbewerber, unter ihnen laut Informationen der Regierung auch Straftäter, nach Afghanistan abgeschoben.

Für Herrmann und Weidel war die Sache klar: Wer ein Verbrechen begeht, soll in sein Herkunftsland zurückkehren.

Auch Özdemir sagte in der ARD: "Wer vergewaltigt hat, gehört abgeschoben." Schränkte dann aber ein: "Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, darf man das nicht machen."

Über die Sicherheitslage in Afghanistan verhängte Özdemir dann aber kein eigenes Urteil.

Moderator Frank Plasberg brachte es am Ende auf den Punkt. "Sie haben rumgeeiert", warf er Özdemir an den Kopf.

Mehr zum Thema: "Hart aber Fair": Student iranischer Abstammung treibt Alice Weidel in die Enge

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(ben)

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