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19/09/2017 11:38 CEST | Aktualisiert 19/09/2017 11:41 CEST

Brexit-Debatte immer irrer: Vater des britischen Außenministers droht mit Rücktritt seines Sohnes

Toby Melville / Reuters
Der britische Außenminister Boris Johnson

  • In der britischen Regierung gibt es Streit um den richtigen Brexit-Kurs

  • Der Außenminister droht nun sogar indirekt mit Rücktritt

Die Brexit-Diskussion in Großbritannien wird immer abstruser. Jetzt droht sogar der Außenminister Boris Johnson mit Rücktritt, falls der Brexit nicht nach seinen Vorstellungen vollständig durchgezogen werde.

Allerdings hat Johnson das nicht selbst verlauten lassen - sondern indirekt über seinen Vater.

Stanley Johnson hatte sich in einem Interview mit dem Fernsehsender Sky News zu Wort gemeldet, nachdem sein Sohn Boris Johnson in einem Zeitungsartikel betont hatte, dass Großbritannien keine weiteren Gelder an Brüssel zahlen solle.

Vater und Sohn chatten per Whatsapp

Stanley erklärte durchaus überraschend, dass sein Sohn sogar bereit sei, zurückzutreten. "Für ihn ist der Brexit so ein wichtiges Thema, dass er mehr als glücklich wäre, also wirklich mehr als glücklich, den Job hinzuschmeißen, wenn es sein muss."

Johnson Senior gab an, die Familie stehe über eine Whatsapp-Gruppe in Kontakt, in der auch die politischen Ambitionen seines Sohnes Thema seien. Unter anderem hätte der Vater mit seinem Sohn darüber diskutiert, ob Johnson britischer Premier werden sollte.

Weitere Informationen gab der Vater jedoch nicht preis.

Unruhe in der britischen Regierung

Das Interview mit dem Vater von Boris Johnson sorgt für weitere Spekulationen, nachdem Johnson schon am Freitag in einer Rede in Florenz einen Rücktritt nicht ausdrücklich ausschloss.

Johnsons Äußerungen sorgen derweil für Unruhe in der britischen Regierung. Premierministerin Theresa May erinnerte ihren Außenminister daran, dass noch immer sie die Regierung lenke. Ein anderer Minister hatte Johnson vorher klargemacht, dass er "nur auf der Rückbank" der Regierung sitze.

Johnson hatte bereits in seinem Gastbeitrag in der britischen Zeitung "Telegraph" erklärt, dass er keine weiteren Zahlungen an die EU nach 2019 unterstützen würde. Aktuell diskutieren britische Regierungsmitglieder über eine Übergangsphase bis 2021, in der Großbritannien zumindest teilweise weiter in der EU bleiben würde.

Brexit-Hardliner wie Johnson lehnen eine solche Übergangsperiode ab. Ihre Angst: Der Brexit könnte immer weiter verschoben werden - und am Ende womöglich gar nicht stattfinden.

Mehr zum Thema: Großbritanniens Außenminister Johnson redet den Brexit schön - und wird von den Medien zerrissen

Dieser Artikel erschien zuerst bei der britischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Lisa Frisan übersetzt.

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(ll)

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