Abgeordnetenwatch: Welcher Direktkandidat im Wahlkreis verdient die Erststimme?

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Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. | pixelfit via Getty Images
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  • Mit eurer Erststimme wählt ihr einen Direktkandidaten aus eurem Wahlkreis
  • Abgeordnetenwatch zeigt euch, welcher Politiker für was steht
  • Der Service ist so etwas, wie der Wahl-O-Mat für einzelne Politiker

Bei der Bundestagswahl steht oft das spätere Mächteverhältnis der Parteien im Vordergrund. Die Zweitstimme ist deshalb für viele so interessant. Tools wie der Wahl-O-Mat wollen helfen, dass jeder die für sich passende Entscheidung fällen kann.

Aber dabei droht man zu vergessen: Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Neben der Liste einer Partei muss man sich mit seiner Erststimme für einen Direktkandidaten aus dem Wahlkreis entscheiden. Jede zur Wahl zugelassene Partei kann einen Kandidaten ins Rennen schicken. Auch Unabhängige dürfen kandidieren.

Aber: Nur der eine Politiker, der die meisten Stimmen aus seinem Wahlkreis auf sich vereinen konnte, geht nach Berlin und vertritt im besten Fall die Belange seiner Region. Seine Gegner gehen leer aus.

Nur welcher Direktkandidat steht für was?

Das Portal "Abgeordnetenwatch.de" stellt die Kandidierenden der Bundestagswahl vor und bietet auch einen Kandidatencheck an - den Wahl-O-Mat auf Wahlkreisebene. Rund 1800 Direktkandidierende auf Bundesebene haben zu Themen wie Dieselaffäre, Freihandelsabkommen oder Flüchtlingspolitik ihre Standpunkte angegeben.

Bislang haben laut Abgeordnetenwatch jeweils mehr als 90 Prozent aller Direktkandidierenden von Grünen, Linken und SPD in den 299 Bundestagswahlkreisen sich daran beteiligt. Die Beteiligungsquote bei den Wahlbewerbern von FDP und AfD liegt bei 75 beziehungsweise 61 Prozent. Bei CDU und CSU haben bisher 56 und 53 Prozent der Wahlkreiskandidierenden ihre Positionen abgegeben.

Abgewordnetenwatch-Kandidatencheck einfach ausprobieren

Wie der Kandidatencheck von Abgeordnetenwatch funktioniert

Nun ist der Internetnutzer dran: Er gibt zum Start des Checks seine Postleitzahl ein, damit nur Kandidaten aus dem relevanten Wahlkreis dargestellt werden. Danach erscheinen dann 22 Thesen, wie zum Beispiel:

  • Die Politik soll festlegen, wie viele Flüchtlinge Deutschland jedes Jahr aufnimmt.
  • Die EU hat nur dann eine Zukunft, wenn die Mitgliedsstaaten auf Kompetenzen verzichten.
  • Zeitlich befristete Arbeitsverträge sind erforderlich, damit Unternehmen flexibel sein können.

Diese Aussagen kann der Internetnutzer selbst bewerten - mit Zustimmung oder Ablehnung. Auch könnt ihr eure neutrale Meinung zu einem Thema angeben.

Wie die Kandidierenden aus eurem Wahlkreis dazu stehen, erfahrt ihr teils unter den Thesen - wenn die Politiker eine Begründung angegeben haben.

Zum Abschluss des Checks erhaltet ihr eine Auflistung mit allen Kandidaten, die diese Fragen selbst beantwortet haben. Und zwar in der Reihenfolge eurer Übereinstimmungen. Bei welchen Themen dies der Fall ist, seht ihr bei der Auswertung ebenfalls.

→ "Abgeordnetenwatch.de"
2004 für die Wahl der Hamburger Bürgerschaft gegründet, begleitet "Abgeordnetenwatch.de" zum vierten Mal seit 2005 die Bundestagswahlen. Daneben können die Abgeordneten im Bundestag, dem EU-Parlament und zwölf Landesparlamenten öffentlich befragt werden.

Die Plattform macht Kandidierende und Abgeordnete befragbar und speichert Fragen und Antworten dauerhaft. Zusätzlich werden Abstimmungen sowie Nebeneinkünfte dokumentiert.

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(jg)

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