Frau knöpft sich in der ARD Martin Schulz vor - 2 Minuten später applaudiert sie ihm

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"Wir sind ihnen doch egal": Frau macht Schulz in der ARD schwere Vorwürfe - zwei Minuten später applaudiert sie ihm | Screenshot
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  • Martin Schulz war am Mittwoch in der ARD-Wahlarena zu Gast
  • Lange plätschert die Sendung vor sich hin - bis eine Frau den SPD-Politiker ordentlich zusammenstauchte
  • Doch der reagierte mit einem der stärksten Momente in seiner Zeit als Kanzlerkandidat

Die Frau in der roten Bluse ist gefrustet. Richtig gefrustet. Und das lässt sie Martin Schulz auch spüren.

"Wir sind Ihnen doch egal", schimpft sie in der ARD-"Wahlarena". Ihr Mann sei nach einer Krebserkrankung 100 Prozent schwerbehindert, sagt die Frau. Trotzdem müsse er arbeiten - weil die Versehrtenrente zum Leben nicht reiche. "Sie vergessen uns", wirft sie Schulz vor.

Der verspricht, sich um Menschen in ihrer Lage zu kümmern. Schulz sagt, für eine Mindestrente oberhalb der Grundsicherung sorgen zu wollen. Und er bringt das Beispiel einer großen deutschen Firma, die einen Inklusionsbetrieb aufgebaut habe.

Die ältere Dame ist nicht überzeugt: "Das klingt jetzt nur wieder gut", sagt sie fast höhnisch, "solange wir parieren, sind wir gut." Doch Schulz gibt nicht auf - und sorgt für einen besonderen Moment.

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Schulz: "Ihr Schicksal ist mir nicht egal"

"Ich kann Ihnen heute Abend nicht helfen", beginnt der SPD-Kanzlerkandidat, "aber mit dem, was Sie mir als Anregung gegeben haben, gehe ich hier raus, glauben Sie mir."

Noch immer ist seine Gesprächspartnerin nicht überzeugt - doch Schulz lässt nicht locker. "Ihr Schicksal ist mir nicht egal", sagt er immer wieder. Er habe erlebt, was es bedeute, Hilfe zu brauchen und sie zu bekommen. "Deshalb muss ich Ihnen widersprechen: An mir geht das nicht einfach vorbei."

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Ob er ihr das schriftlich geben würde, fragt die Frau. Und Schulz betont mit Inbrunst, einen Schritt auf die Frau zugehend: "Ja, das gebe ich Ihnen schriftlich. Ich kämpfe jetzt auch mal für Ihr Vertrauen."

Mit Erfolg: Das Publikum applaudiert Schulz - und die Frau, die gerade noch so wütend auf den SPD-Politiker war, applaudiert mit. Und lächelt.

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(ll)

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