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18/09/2017 17:16 CEST | Aktualisiert 18/09/2017 17:21 CEST

Das war der tödlichste IS-Anschlag seit Monaten - und die Welt schaut weg

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Das war der tödlichste IS-Anschlag seit Monaten - und die Welt schaut einfach weg

  • Am Donnerstag hat sich ein brutaler Anschlag im Südirak ereignet

  • 84 Menschen haben ihr Leben verloren

  • Trotzdem: Nur der Terror in London flimmerte über die TV-Bildschirme

Ein Foto von zwei ausgebrannten Fahrzeugen, einem Transporter und einem Reisebus.

Viel mehr erinnert nicht an den schrecklichen Anschlag, der sich am Donnerstagabend in Nasiriya im Irak ereignete. Rund 360 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt. An einem Kontrollpunkt ist ein Auto explodiert.

Es war nicht die einzige Attacke, die die Region am Donnerstag erschütterte. Zur selben Zeit stürmten Bewaffnete ein Restaurant an einer Schnellstraße. Das teilte das irakische Innenministerium mit.

Bei den Anschlägen sind 84 Menschen gestorben, 93 wurden verletzt. Frauen, Männer und Kinder. Ausgeführt wurde der Anschlag von der Terrormiliz IS - die Attacke gilt als die Schlimmste seit Monaten.

Diese Liste soll die Namen und das Alter der Kinder zeigen, die bei dem terroristischen Akt umgekommen sind.

Trotzdem hat kaum jemand etwas davon mitbekommen.

Der Terror in London bekam die mediale Aufmerksamkeit

Vielleicht liegt es an dem Anschlag, der sich am Freitagmorgen in der Londoner U-Bahn ereignet hat und der die Aufmerksamkeit der internationalen Presse für sich beansprucht hat.

Vielleicht liegt es auch daran, dass im Irak Muslime gestorben sind und keine Europäer.

Daran, dass Empathie eben eine Grenze kennt. Eine, die eben um Deutschland und Europa herum verläuft - und nicht um den Irak.

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(Bei der roten Stecknadel liegt die Stadt Nasiriyah)

Der schlimmste IS-Anschlag seit Mai

Dabei ist das Bombenattentat in Nasiriyah der schlimmste Anschlag, den der IS seit Mai 2017 durchgeführt hat. Damals ist im Stadtzentrum von Kabul in Afghanistan eine Bombe explodiert, die 90 Menschenleben auslöschte.

In der Vergangenheit gab es kaum Attentate im Südirak. Der Landesteil wird vor allem von Schiiten bewohnt und galt bislang als stabil.

Von Januar bis August 2017 haben 2.795 Menschen im Irak ihr Leben verloren. Durch Terror, Gewalt und bewaffnete Konflikte. Jetzt kamen noch 84 weitere Opfer hinzu.

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(jg)

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