Von Elton John bis zu Gewaltvideo: Trump tobt sich mit wilder Twitter-Tirade aus

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Von Elton John bis zu Gewaltvideo: Trump tobt sich mit wilder Twitter-Tirade aus | Getty / twitter
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  • US-Präsident Trump hat am Sonntag in kurzer Zeit 15 Tweets abgeschickt
  • Darunter: eine brisante Nachricht zu Nordkorea und eine gewaltverherrlichende Videomontage zu Hillary Clinton

Es war so harmlos losgegangen: In seinem ersten Tweet am Sonntagmorgen (Ortszeit) lobte Donald Trump einen republikanischen Kollegen und versprach, was er immer verspricht: Mehr Arbeit für alle.

Doch schon der zweite Tweet hatte es in sich. Denn wieder einmal zündelte der US-Präsident mit einer Kurznachricht in einem der gefährlichsten Konflikte der Welt: der Nordkorea-Krise. Dass er dabei Musik-Legende Elton John zitierte, dürfte die Sache nicht besser gemacht haben.

Am Ende twitterte Trump sogar noch eine Videomontage, in der er eine alte Konkurrentin mit einem Golfball abschoss.

Ein wahrlich verrückter Sonntag, selbst für Trump.

Aber von Anfang an.

"Wie geht es dem Raketen-Mann?"

Trump hatte in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In telefoniert. Beide verständigten sich darauf, die verhängten Sanktionen gegen das nordkoreanische Regime gründlich umzusetzen.

Auf Twitter klang das bei Trump dann so: “Ich habe vergangene Nacht mit Südkoreas Präsident Moon gesprochen. Habe ihn gefragt, wie es dem Raketen-Mann geht. Lange Schlangen an den Tankstellen in Nordkorea. So ein Pech!”

Der Hintergrund: Am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat einstimmig eine Resolution beschlossen, die die Öl-Importe nach Nordkorea begrenzt. Trump wollte also mit dem Bild der langen Schlagen mitteilen: Die Strafmaßnahme wirkt.

Der “Rocket Man”, der Raketen-Mann, ist Diktator Kim Jong-un, der erst am Freitag wieder mit dem Abschuss einer Rakete provoziert hatte. “Rocket Man” ist aber bekanntlich auch ein Hit des britischen Musikers Elton John.

Eine merkwürdige Anspielung in Zusammenhang mit Kim, der vermutlich mit einem Knopfdruck US-Territorium angreifen könnte. Wenigstens droht Trump nicht mehr mit “Feuer und Zorn”, sondern schickt stattdessen Songtitel um den Orbit.

Trump und eine Menge Oreos

Doch die präsidentiellen Pflichten schienen noch einige mehr Tweets zuzulassen. Trump retweetete einen Fan sowie ein Comic-Bild, dass ihn mit einem Floß im Schlepptau zeigt.

Auf dem Floß unter anderem: ein Auto, etwas Kohle - und jede Menge Oreos. Den Keksen hatte Trump einmal öffentlich abgeschworen, weil der Hersteller ein Werk in Mexiko errichten wollte. Das Bild sollte also zeigen: Trump kämpft für ein Land - und bringt die Jobs zurück.

Zusammen sahen all die Dinge auf dem Boot aber leicht absurd aus.

Es folgten noch weitere Retweets. Das Bild eines Zuges mit roter Trump-Mütze und dem Spruch “Make America Great Again” war auch dabei.

Trump schießt Clinton ab - mit einem Golfball

Danach teilte Trump noch ein bewegtes Bild. Es zeigt ihn beim Golfspielen - und seine ehemalige Konkurrentin Hillary Clinton. Die Aufnahmen sind so montiert, dass es aussieht, als ob Trump Clinton mit einem Golfball abschieße.

Es ist nicht das erste Video mit gewaltverherrlichendem Inhalt, das Trump retweetet hat.

Da der US-Präsident bekanntlich laut eigenen Aussagen die besten Wörter kennt und gerade erst an Fahrt aufgenommen hatte, zitierte er dann noch konsequent sich selbst - und teilte zwei Tweets vom Freitag.

Wilde Spekulationen

Brisanterweise handelt es sich dabei um Nachrichten, die ihm schon am Freitag Kritik eingebracht hatten. Nach dem Terror-Anschlag in London hatte Trump geschrieben, bei dem Täter handele es sich um einen “Versager-Terroristen” - und warb für seinen Einreisebann.

Zu diesem Zeitpunkt war aber nichts bekannt über die Täter, auch nicht über die Motive für die Tat. Die britische Premierministerin Theresa May hatte - auf Trumps Tweets angesprochen - gesagt, es sei nicht hilfreich in einem solchen Fall zu spekulieren.

Trump sah sich nach einer zweiten Festnahme in London am Sonntag offenbar bestätigt - und teilte seine wilde Spekulation und die Eigenwerbung für seinen umstrittenen Einreise-Stopp erneut.

Damit war die sonntägliche Twitter-Tirade dann auch - vorerst - vorbei.

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(mf)

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