"Fehler sind keine Fake News": Moderatorin Hayali teilt gegen die Gegner von ARD und ZDF aus

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HAYALI
ZDF-Moderatorin Dunja Hayali geigt den Gegnern von ARD und ZDF ihre Meinung | dpa
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  • Dunja Hayali hat wohl genug gehabt: Sie will sich die Vorwürfe gegen die so genannten Systemmedien nicht mehr länger anhören
  • Sie hat deshalb einen langen Beitrag auf Facebook verfasst
  • Darin erklärt sie nicht nur ihren Standpunkt, sondern hält auch ein Plädoyer für die Pressefreiheit

Die Lieblingsfeinde eines jeden aufrechten Wutbürgers sind: die Eliten, links-grün-versiffte Gutmenschen und die Systemmedien, sprich die öffentlich-rechtlichen Sender.

Da ZDF-Moderatorin Dunja Hayali in der Vergangenheit mehrfach kritisch über Pegida und die AfD berichtet hat, wurde sie von eben jenen Anhängern und Sympathisanten bereits mehrfach attackiert. Und mindestens genauso oft hat sich Hayali mit ihren Kritikern sowie Hetzern und Pöblern auseinandergesetzt.

Am Sonntagmittag wandte sich Hayali erneut an die Öffentlichkeit. In einem langen Beitrag ließ sie auf Facebook ihrem offenbar lang angestauten Frust freien Lauf. Sie wollte sich schlicht nicht mehr dafür rechtfertigen müssen, beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu arbeiten.

Argumente, die keinen Sinn ergeben

Unter der Überschrift "Sie können ihre eigene Meinung haben, nicht aber ihre eigenen Fakten" entkräftet sie die teils absurden Vorwürfe der Kritiker:

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wird "von ganz oben" gesteuert: Hayali fragt sich, wie eine solch riesige Verschwörung, immerhin arbeiten bei ARD, ZDF und den dritten Programmen zehntausende Menschen, verheimlicht werden sollte. Diese Sender "sind weder Staatsrundfunk, noch sind meine KollegInnen politisch 'gesteuert'", unterstreicht sie. "Das gab es mal im Dritten Reich."

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen Deutschland zerstören: Wer sich im Dritten Reich quer stellte, wurde politisch verfolgt und kam ins Lager. "Gerade deswegen empört es mich so, dass es Leute gibt, die uns unterstellen zu lügen und zu fälschen", betont Hayali. Viele werfen ihr und ihren Kollegen vor, Deutschland zerstören zu wollen. "Was hätten wir davon? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn."

In Deutschland gibt es keinen Meinungspluralismus: Die ZDF-Moderatorin widerlegt eine der gängigsten Behauptungen der Rechten mit einer simplen Aufzählung: "Es gibt hier in Deutschland Zeitungen, Zeitschriften und Internetportale für alle Richtungen und Strömungen". Angefangen von der rechten "Junge Freiheit", der konservativen "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bis hin zur linksalternativen "Taz". "Wir haben die Wahl. SIE haben die Wahl", unterstreicht Hayali.

Sie findet es aber gut, dass man bei der Arbeit der öffentlich-rechtlichen Programme "ganz genau hinguckt", da diese schließlich durch Gebührengelder finanziert werden.

Was zählt: Fakten, Inhalt, Information

Ihr Job sei dennoch nicht immer einfach. "Wir versuchen jeden Tag, unserer Verantwortung für diese Gesellschaft gerecht zu werden. Und wir nehmen uns in unserer Funktion auch das Recht heraus, in den Momenten, in denen es nötig ist, schonungslos zu sein und die Dinge beim Namen zu nennen."

Das geschehe aber immer auf der Basis einer professionellen Berufsauffassung, zu deren Grundlagen es gehöre, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Der für Hayali zentrale Punkt: "Das, was zählt, sind Fakten. Der Inhalt. Die Information."

Das Problem ist aber, dass allein die Einordnung, die Interpretation derselbigen schon subjektiv sei. "Allein die Auswahl, die Gewichtung von Nachrichten ist subjektiv. Wir sind nun mal Menschen in diesem Beruf. Deshalb kann auch keiner von uns objektiv sein. Neutral - ja, unabhängig - ja, objektiv - nein."

"Fehler sind keine Fake-News"

Natürlich würden Journalisten auch Fehler machen. Dennoch: "Wir stellen das richtig. Wir korrigieren Fehler. Fehler sind keine Fake-News. Fake-News werden mit Absicht gesetzt. Ein Riesenunterschied."

Schlussendlich stellt sie klar: "Wir Journalisten sind nicht dazu da, Ihnen Ihr Weltbild zu spiegeln oder zu bestätigen. (...) Wir lassen uns auch nicht davon irritieren, dass genau die Menschen, die Meinungsfreiheit rufen, Ihnen und uns unsere Meinungsfreiheit absprechen wollen. Demokratie braucht Pressefreiheit. Demokratie braucht Streit um den richtigen Weg."

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(ll)

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