"Spiegel" und "Zeit" haben Alice Weidel begleitet - sie zeigen eine bislang unbekannte Seite von ihr

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AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel. | dpa
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  • Zwei renommierte Medien haben diese Woche Portraits über die umstrittene AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel veröffentlicht
  • Sie zeichnen das Bild einer Frau, die sich in wenigen Jahren radikal verändert hat

Es vergeht kaum eine Woche ohne Trubel um die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel.

So sorgte eine vier Jahre alte E-Mail mit Demokratie-verachtenden Thesen für Aufruhr, die von ihr stammen soll. Ein AfD-Pressesprecher bezeichnete die Mail zuerst als Fälschung.

Außerdem soll sie eine Syrerin illegal als Haushaltshilfe beschäftigt haben - auch diesen Bericht ließ Weidel dementieren.

Gleich zwei renommierte Medien haben sich dieser Woche der AfD-Politikerin angenommen und ausführliche Portraits über sie veröffentlicht.

Der "Spiegel" und die "Zeit" haben mit ehemaligen Weggefährten, Freunden und Bekannten gesprochen - und zeigen eine bislang unbekannte Seite der Politikerin.

Die "Zeit" zeichnet das Bild eines Doppellebens der AfD-Spitzenkandidatin.

Die eine Weidel, die für den gemäßigten Flügel steht und in dem Schweizer Ort Biel mit ihrer Partnerin das Leben einer "Regenbogenfamilie" führt und sich mit Künstlern und Intellektuellen umgibt.

Dort soll sie auch die Syrerin illegal beschäftigt haben. Weidel hat die Recherchen der "Zeit" dementiert.

Und die andere Weidel, die gegen Ausländer hetzt und vom deutschen "Schuldkult" spricht.

Die "Zeit" beschreibt, wie sich Freunde und Bekannte von Weidel abwendeten. "Wir können doch nicht im Bioladen einkaufen und uns für Flüchtlinge einsetzen und auf dem Spielplatz so tun, als wüssten wir nicht, wofür Alice steht", zitiert die Zeitung eine ehemalige Freundin.

Auch der "Spiegel" sprach mit ehemaligen Weggefährten und Bekannten. Die Redakteure dort fragen sich, "mit wie vielen Widersprüchen ein Mensch" leben kann.

Das Magazin zitiert auch aus Weidels Abi-Jahrbuch. Darin beschreiben sie Mitschüler als "dominanten Charakter", der "äußerst durchsetzungsfähig anderen gegenüber" auftrete. Allerdings sei Weidel auch sehr verletzlich, heißt es darin.

Ihre Promotion in China ließ die AfD-Frau zeitweise von der Konrad-Adenauer-Stiftung finanzieren. In Seminaren der Stiftung "fiel Weidel den Mitstipendiaten wegen ihrer abfälligen Sprüche über Politiker und den Bundestag als Geldverschwendungsmaschine" auf, schreibt der "Spiegel".

Weidel arbeitete vor ihrer politischen Karriere bei dem Investmentbanking-Unternehmen Goldman Sachs. Ihr ehemaliger Chef sagte dem "Spiegel": "Weidel ist hoch qualifiziert, hätte bei uns alle Chancen gehabt." Sie habe einen "scharfen Verstand" und Humor.

Ihr ehemaliger Chef beschreibe Weidel allerdings auch als ungeduldige und unerbitterliche Diskussionspartnerin, "wenn es um die Folgen des Euro für Deutschland" ging, schreibt der "Spiegel".

Außerdem sprach der "Spiegel" mit einem ehemaligen Nachbar von Weidel. Er wohnte neben ihr, ehe sie in ihrem Schweizer Wohnort Biel umzog. "Mich befremdet es, dass Alice sich in unserer toleranten Stadt in alternativen Kreisen bewegt und dann rüberfährt zum Hetzen", sagte er.

In einer Rede in Chemnitz soll Weidel auch über ihr morgendliches Ritual gesprochen haben. Es sagt viel darüber aus, wie sie die Welt sieht.

"Das Erste, was ich morgen mache ist, auf meinem Handy Nachrichten zu lesen", soll sie laut "Spiegel" gesagt haben. Dann gebe sie bei Google die Begriffe "Mann" und "Messer" ein - um Belege dafür zu suchen, wie stark die Kriminalität in Deutschland angestiegen sei.

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(lk)

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