Schulz äußert sich im "Spiegel" zur Zukunft der GroKo - ein Satz sorgt nun für Aufsehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHULZ
Schulz äußert sich im "Spiegel" zur Zukunft der GroKo - ein Satz sorgt nun für Aufsehen | dpa
Drucken
  • Die Koalitionsbildung nach der Wahl will SPD-Chef Schulz von einem Mitgliedervotum abhängig machen
  • Eine GroKo ist damit fast unmöglich geworden - das Bündnis ist in der Parteibasis denkbar unbeliebt

Ein Satz genügt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, um eine Neuauflage der Großen Koalition in weite Ferne rücken zu lassen.

Nach der Bundestagswahl sollen nach seinem Willen die Parteimitglieder darüber abstimmen, ob und mit wem die SPD eine Regierungskoalition bildet.

Die Mitgliederbefragung nach der Wahl 2013 sei eine "Sternstunde" der innerparteilichen Demokratie gewesen. "Dahinter können und wollen wir nicht zurück", sagte der Kanzlerkandidat dem Magazin "Spiegel".

Ein Bündnis mit der Union ist in der Basis denkbar unbeliebt - dass es also zu einer neue GroKo kommt, ist damit extrem unwahrscheinlich geworden.

Schulz lobte, die SPD-Mitglieder machten mit großem Einsatz Wahlkampf. "Aber Mitglied der SPD wird man nicht allein, um Plakate zu kleben. Mitglied wird man, um mitzugestalten."

Schulz will Kritiker besänftigen

Im Dezember 2013 hatten sich knapp 78 Prozent der etwa 475.000 Sozialdemokraten an der Befragung beteiligt. Von ihnen votierten 76 Prozent für die Beteiligung an der großen Koalition.

Mit der Ankündigung will Schulz dem Magazinbericht zufolge auch die Kritiker einer möglichen Neuauflage des amtierenden Bündnisses aus Union und SPD besänftigen.

So sagte der stellvertretende Chef der Bundestagsfraktion, Axel Schäfer, dem "Spiegel", er sei strikt gegen eine weitere große Koalition unter CDU-Chefin Angela Merkel: "Die SPD hat keine Pflicht zur Selbstaufopferung."

"Kann mir nicht vorstellen, dass wir nochmal einer GroKo zustimmen"

Ähnlich äußerte sich Matthias Miersch, Sprecher der Parlamentarischen Linken: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Basis noch einmal einem Koalitionsvertrag zustimmt."

SPD-Schatzmeister Dietmar Nietan sagte: "Nach den Erfahrungen dieses Wahlkampfs ist eine Neuauflage der Koalition für unsere Basis keine Option mehr."

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lk)

Korrektur anregen