Schon am ersten Tag des Oktoberfestes zeigt sich: Ein verbotener Brauch ist sehr beliebt

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OKTOBERFEST
Schon am ersten Tag des Oktoberfestes zeigt sich: Ein verbotener Trend ist sehr beliebt | dpa
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  • Wer sich auf dem Oktoberfest präsentieren will, der versucht mit dem Hinunterkippen von Bier zu glänzen
  • Das Exen des Maßkruges wird dabei regelrecht zelebriert
  • Doch das ist verboten - auch 2017 greifen die Wirte hart durch

Die Menge grölt, das Bier läuft in Strömen. Ein Liter des goldgelben Gebräus rinnt auf einmal den Rachen hinunter.

Vor allem junge Männer glauben, sich mit dem Exen ihres Maßkruges beim Münchner Oktoberfest beweisen zu müssen. Was bereits in den vergangenen Jahren Unsitte war, ist auch 2017 wieder in den Bierzelten zu beobachten.

Das Schauspiel, sich sinnlos und ohne Absetzen einen Liter Bier hineinschütten zu müssen, beginnt damit, sich auf den Biertisch zu stellen. Dann warten die Geltungssüchtigen bis genügend Leute zu ihnen blicken. Nach der vollbrachten Tat werden die Maß-Exer gefeiert.

Exen verboten, streng verboten

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"Das Problem ist, dass der Jubel andere Gäste animiert, das nachzumachen. Es ist schwierig, das in den Griff zu kriegen", sagt Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn der Münchner Zeitung "TZ".

"Das Ex-Trinken ist eine ­Unsitte, die um sich greift", betont er. Bis zu fünf Fälle am Tag habe er in seinem Zelt.

Auf der Wiesn ist das Maß-Exen verboten: Wird der Kampf-Säufer bereits beim Versuch vom Sicherheitspersonal erwischt, wird er beim ersten Mal verwarnt. Beim zweiten Mal wird der ganze Tisch vor die Tür gesetzt. In einigen Zelten gibt es überhaupt keine Verwarnung: Wer ext, der fliegt.

"Bier ist ein Genussmittel, kein Rauschmittel", erklärt der Wiesn-Wirt. Und eigentlich sollte klar sein: Bei Maß-Preisen von mittlerweile über 10 Euro, sollte jeder Schluck genossen werden.

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(ll)

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