Anastacia: "Ich hatte vergessen, wie es ist, aufzutreten"

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Unbewusst ihr Markenzeichen: Anastacia und ihre Brille

Die Blondine mit der souligen Stimme ist zurück: Anastacia (48, "I'm Outta Love") hat nicht nur seit gestern ihre eigene Fashion-Kollektion bei Aldi, auch musikalisch will sie wieder die Charts rocken. Ihr siebtes Album "Evolution" kommt heute in die Läden und die Songs erzählen eine "Achterbahnfahrt durchs Leben". Anastacia hatte es die letzten Jahre nicht leicht: 2013 besiegte sie zum zweiten Mal den Krebs. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt die Sängerin, welchen Ratschlag sie sich früher mit auf den Weg gegeben hätte und wie viele Brillen sie daheim hat.

Sie sind momentan wieder viel unterwegs. Ist das stressig für Sie?

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Anastacia: Man gewöhnt sich daran. Ich war die letzten Jahre größtenteils viel wegen meiner gesundheitlichen Probleme unterwegs. Da ist es schon eine Umstellung wieder zu arbeiten, aber danach ebenso komisch, wieder zur Ruhe zu kommen. Dennoch liebe ich es, unterwegs zu sein.

Was ist Ihr Lieblingssong auf dem neuen Album "Evolution"?

Anastacia: Eine gute Frage - ich habe ja alle Songs selber geschrieben und in jeden einzelnen eine eigene Energie gesteckt. "My Everything" ist ein Lied, das ich zuvor so nie schreiben konnte. Da klinge ich zerbrechlich, man hört mehr meine Stimme und weniger Hintergrundmusik. Ein ähnlicher Song ist vielleicht "I Belong to You" mit Eros Ramazzotti - Das war eine Liebes-Ballade. Die Songs auf dem Album spiegeln aber alle Emotionen und Situationen wider, durch die ich die letzten Jahre gegangen bin. Eine Achterbahnfahrt durchs Leben.

Sie waren bei "Swedish Idol" und haben der Jury einen Streich gespielt, indem Sie sich als Kandidatin verkleidet und vorgesungen haben. Wie haben Sie sich gefühlt, als Ihnen gesagt wurde Sie könnten nicht singen?

Anastacia: Ich dachte mir, ich habe sie offenbar gut reingelegt! Schließlich wollte ich nicht, dass sie herausfinden, dass ich Anastacia bin. Ich habe ihnen extra vorgespielt so nervös zu sein, um sie davon abzulenken wer ich bin. Deshalb klang auch meine Stimme nicht nach mir, weil ich normalerweise nicht aufgeregt bin, wenn ich singe. Und offensichtlich fiel ein Jury-Mitglied auf meinen Streich herein.

Sie sind also vor Konzerten nie mehr aufgeregt?

Anastacia: Ehrlich gesagt war ich bei einem Gig in Österreich letztens schon ein wenig nervös. Aber es war nicht diese Nervosität, bei der man Schmetterlinge im Bauch spürt. Es lag einfach daran, dass ich sehr lange nicht mehr vor Publikum gesungen habe - ich hatte vergessen, wie sich das anfühlt. Aber ich freue mich, wieder auftreten zu können - am besten eine Million Mal und mehr.

Und könnten Sie sich vorstellen auch in Deutschland einmal bei "Verstehen Sie Spaß?" oder einer ähnlichen Show mitzumachen?

Anastacia: Unbedingt! Ich meine einmal eine Sendung mit Boris Becker gesehen zu haben, in der er an einer Tankstelle gearbeitet hat. Die Leute waren sich nicht sicher, ob das tatsächlich Boris Becker ist, weil er meinte: "Ich arbeite hier schon seit zehn Jahren als Tankwart!" Jemand hatte mir diesen Scherz übersetzt und ich fand es total witzig. Ich schätze aber, wenn ich in einer deutschen Show mitspielen würde, müsste ich auch Deutsch sprechen. Oder ich spiele eine Barista in einem Starbucks mit einem speziellen Akzent mit einer schwarzen Perücke?

Ihre Brille war immer Ihr Erkennungszeichen. Wie kam es dazu?

Anastacia: Ich habe meine Brille nie als mein Erkennungszeichen gesehen - ich wünschte ich wäre so clever gewesen, die als mein Markenzeichen zu verkaufen. Anfang zwanzig wollte ich dann aber nicht mehr nur wie eine Sekretärin aussehen, weshalb ich mir getönte Gläser zulegte. Ich habe übrigens mindestens vierzig Brillen.

Was bedeutet die Brille denn heute für Sie?

Anastacia: Ich trage Brillen einfach unglaublich gerne. Für Selfies mit Fans frage ich manchmal: Soll ich meine Brille auflassen oder nicht? Und beim Album-Cover wollte ich zum Beispiel eigentlich keine Brille tragen, mein Record-Label meinte aber zu mir: "Wenn es dir nichts ausmacht, trag sie trotzdem - damit die Leute dich besser erkennen." Viele kennen mich nämlich gar nicht ohne Brille.

Haben Sie eigentlich eine spezielle Verbindung zu Italien? Sie sangen immerhin bereits mehrere Lieder mit italienischen Sängern.

Anastacia: Ja, ich kann mich sehr glücklich darüber schätzen, dass viele italienische Künstler mit mir Musik machen wollen. Auf der anderen Seite wird aber nicht von mir erwartet, dass ich selbst auch italienisch singe. Das scheint wohl meine Nische zu sein. Bisher hat mich übrigens noch kein deutscher Künstler für ein Duett angefragt.

Welchen Ratschlag würden Sie der jungen Anastacia mit auf den Weg geben, wenn Sie das könnten?

Anastacia: Ich würde ihr sagen, dass sie nicht so streng mit sich sein soll. Ich habe mich mit Anfang zwanzig nie gut genug gefühlt - ich mochte meine Sommersprossen nicht, fand mich nicht groß genug und all das. Ich war jetzt nicht unglücklich, aber inzwischen bin ich viel zufriedener mit mir - und das sollte doch jeder mit sich sein.

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