Im ZDF hat eine Putzfrau Merkel die Meinung gegeigt - das sagt sie hinterher über den Moment

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  • Eine Bochumer Putzfrau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ZDF-Sendung "Klartext" hart attackiert
  • Nach ihrem Auftritt zeigt sie sich zufrieden mit dem Schlagabtausch

Es war ein emotionaler Moment: In der ZDF-Sendung "Klartext" konfrontierte eine Putzfrau Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihren Sorgen vor der Altersarmut - sie könne nur eine Rente von etwas mehr als 650 Euro erwarten, erklärte sie der Kanzlerin.

Die Kanzlerin hatte nicht wirklich eine Lösung parat. "Ich weiß, dass Ihre Biografie schwierig ist", sagte Merkel und gab zu, ihr keine Versprechen machen zu können.

Nun hat Petra Vogel, Reinigungskraft in einem Krankenhaus, mit der Deutschen Presse-Agentur über ihr Aufeinandertreffen mit Merkel gesprochen. Vogel sitzt auch im Betriebsrat, engagiert sich in einer Gewerkschaft - und ist zudem Linken-Mitglied, letzteres wurde in der Sendung nicht deutlich.

Schon allein deswegen prallten am Donnerstagabend im ZDF zwei Welten aufeinander.

"Es hat mir gut getan"

Vogel sagt selbst dazu: "Es hat mir gut getan, der Kanzlerin mal meine Meinung zu sagen und ihr klarzumachen, dass sie sich nicht immer aus allem herauswinden kann."

Dass Vogel Mitglied der Linken ist, sei der Redaktion bekannt gewesen, teilt das ZDF der dpa mit. Die Moderatoren hätten auch eine Orientierung gehabt, welche der eingeladenen Gäste zu welchen Themenkomplexen gut befragt werden können. Viel sei dann aber auch der Dynamik einer solchen Sendung geschuldet.

Die Linke beteuert, mit der Sache nichts zu tun zu haben. "Wir haben da niemanden hingeschickt", sagt ein Parteisprecher. Allerdings freut man sich im Berliner Karl-Liebknecht-Haus, dass es offenbar nicht selten Linke sind, die so kampfeslustig sind.

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Was sagte Merkel hinterher zu Vogel?

Nach der Sendung versuchte Merkel noch, mit Vogel ins Gespräch zu kommen. Das sahen die Zuschauer, während der Ton schon weggedreht war.

Was hatten sich die beiden Frauen zu sagen? "Sie hat mir die Hand gegeben und gesagt, es täte ihr sehr leid, dass ich in so einer Situation bin", sagt Vogel. "Man könne in der Politik eben nicht alles regeln, aber es würden sicher noch Nachbesserungen kommen."

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Mit Material der dpa.

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(ben)

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