"Klartext": Sexualverbrechen von Migranten ein Tabuthema? Merkel weist eine Frau zurecht

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  • Im ZDF fragt eine Frau Bundeskanzlerin Merkel, was sie gegen die Zunahme von sexuellen Übergriffen durch Migranten unternehmen wolle
  • Die Politikerin entgegnet: Es gebe keinen Anstieg solcher Delikte
  • Die Szene seht ihr oben im Video

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Klartext" aufgetreten. Schon eine der ersten Fragen aus dem Publikum brachte die Kanzlerin unter Druck - und sorgte für einen regen Schlagabtausch.

So sollte es auch weitergehen in der Sendung, mit einer Frage zur Flüchtlingspolitik. Eine Frau aus Erfurt beklagte, dass unter den "enormen Mengen an Zuwanderern" seit 2015 fast nur Männer gewesen seien. "Wir haben mehrere 100.000 Männer im Land, zu denen das Pendant fehlt", sagt sie.

Diese Situation führe zu Problemen für Frauen und zu einer "dramatischen Zunahme bei sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen". Die Frage der Frau aus dem Publikum an Merkel: "Wie gedenken Sie, diese Schieflage zu beseitigen?"

Tabuthemen dürfe es nicht geben, sagte Merkel

Tabuthemen bei Kriminalität dürfe es nicht geben, gab die Kanzlerin zu. "Wir verfolgen sehr genau die Kriminalstatistik inklusive der Sexualdelikte", sagte sie. Hier gebe es die Erkenntnis, dass es keine generelle Zunahme von Sexualdelikten gebe - auch wenn immer wieder schlimme Einzelfälle passierten.

Statistiken zeigen, dass Flüchtlinge nicht häufiger Sexualdelikte begehen als andere Gruppen. Die Zahl der Straftaten, die durch Flüchtlinge begangen werden, war 2016 insgesamt rückläufig.

Es habe aber auch schon vor dem Zuzug von Migranten 2015 schreckliche Sexualdelikte gegeben. "Aber das, was Sie jetzt hier als das große demografische Problem herausstellen, das sehe ich nicht."

Wer Strafdelikte begehe, werde bestraft. Straffällige Migranten müssten das Land wieder verlassen, stellte Merkel klar. Aber die Kanzlerin betonte: "Wir sollten nicht alle unter einen Generalverdacht stellen."

"Das lasse ich nicht zu"

Für diese Aussage erhielt Merkel Applaus aus dem Publikum. Die Fragestellerin war mit der Antwort aber offensichtlich nicht zufrieden. Angesichts der Reaktion des Publikums sehe man doch, dass dieses Thema der Sexualverbrechen durch Migranten totgeschwiegen werden sollte.

Merkel stellte da noch einmal klar: "Dass alle jetzt zu Tabuisierern ernannt werden, das lasse ich jetzt nicht zu." Die Menschen hätten lediglich geklatscht, "weiter nichts". Klar Worte für eine sonst so vorsichtig agierende Politikerin.

Mehr zum Thema: "Unverschämt, was Sie erzählen": Merkel spricht im ZDF über die Rente - bis eine Zuschauerin die Beherrschung verliert

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(jg)

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