Ein Kind rastet im Kaufhaus völlig aus - dann zeigt eine Kundin, was sie von der Situation hält

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  • Jedes Kind hatte schon mal einen Wutanfall in der Öffentlichkeit
  • Wie schwer die Situation für die Eltern ist, beschreibt eine Mutter in einem viel beachteten Facebook-Post
  • Sie berichtete auch von einer Frau, die ihr gegenüber genau die richtigen Worte fand

Wer kennt das nicht: Man ist mit dem Kind beim Einkaufen und auf einmal gerät alles außer Kontrolle. Irgendetwas geht ihm gegen den Strich und das Kind wirft sich auf den Boden, schreit, tobt und weint.

Man selbst als Elternteil ist damit beschäftigen, das kleine kreischende Ungeheuer zu beruhigen und gleichzeitig die vorwurfsvollen Blicke der Umstehenden auszublenden.

Keine leichte Situation - da fühlt man sich gerne mal als Rabeneltern, die ihr Kind nicht im Griff haben. Wie schön es ist, in einem solchen Moment Beistand zu bekommen, beschreibt eine amerikanische Mutter in einem viel beachteten Facebook-Post.

Die Seite "Love What Matters" hat ihre ehrlichen Worte aufgegriffen:

"Mein Tochter hatte gerade den schlimmsten Wutanfall aller Zeiten. Natürlich waren wir zu Hause, also hatte ich einen klaren Heimvorteil. Nein, Spaß bei Seite. Es war im Kaufhaus TJ Maxx.

Ich habe alles probiert - jeden Trick den ich kannte, um meine Tochter zu beruhigen. Aber nichts funktionierte. Mein Herz klopfte wie wild und ich versuchte, nicht die Beherrschung zu verlieren.

Also schleppte ich sie zu den Toiletten, um nicht mehr mitten im Laden zu stehen und nicht mehr die ganze Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. Meine Tochter hatte sich inzwischen so sehr in ihren Wutanfall reingesteigert, dass ich nichts mehr ausrichten konnte. Also hieß es warten, bis sie sich beruhigen würde.

Ich gab mein Bestes, nicht die Kontrolle über die Situation zu verlieren, aber eigentlich war es dafür schon längst zu spät. Das sagt ziemlich viel über mich aus, denn eigentlich passiert mir das nie.

Es liefen so viele Menschen an uns vorbei und ich konnte spüren, wie sie mich mit ihren Blicken verurteilten und Löcher in meinen Hinterkopf starrten. Ich wusste, was sie dachten: 'Was für eine Göre hat sie da nur erzogen'. Ich wusste es, weil ich genau das Gleiche dachte. Meine Tochter war trotzig und wütend - es war einfach unangenehm.

Plötzlich kam eine Frau vorbei, vielleicht ein bisschen älter als ich, und sie lächelte mich an. Sie kam auf mich zu, drückte sanft meinen Arm und flüsterte mir zu: 'Alles ist gut, Sie machen das toll.'

Schnell drehte ich mich von ihr weg. Ich wollte nicht, dass sie sieht, wie ich anfange zu weinen. Genau diesen Satz brauchte ich in diesem Moment - ohne es zu wissen.

Es fühlte sich nämlich überhaupt nicht so an, als würde ich die Situation gut meistern. Ich fühlte mich wie eine Rabenmutter.

Eine Versagerin mit einem Kind, das vollkommen außer Kontrolle geraten ist. Da waren wir also, meine Tochter und ich, beide am Heulen.

Letztendlich beruhigte sie sich wieder und wir setzen unseren Einkauf fort. Ich hoffte, dass ich die Frau noch einmal sehen würde, damit ich mich bei ihr bedanken könnte. Aber sie war weg.

Oft weiß man einfach nicht, was man sagen soll, wenn man Eltern in so einem Moment mit ihren Kindern sieht, aber vielleicht denkt ihr ab jetzt vielleicht einfach an die Frau im TJ Maxx. Ein Lächeln und ermutigende Worte können so viel ausmachen."

Dass es vielen Eltern ähnlich geht, zeigen die vielen Likes und Shares, die der Beitrag hervorgerufen hat.

Denn die junge Mutter hat absolut Recht: In sehr vielen Situationen braucht es einfach nur jemanden, der die richtigen Worte findet - und die müssen meistens gar nicht hochtrabend oder besonders kreativ sein.

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(lk)

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