"Financial Times"-Artikel offenbart Ivanka Trumps Verhältnis zu ihrem Vater - und die Skrupellosigkeit der First Daughter

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IVANKA TRUMP
Im Schatten ihres Vaters - und doch im Rampenlicht: Ivanka Trump | Jonathan Ernst / Reuters
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  • Ivanka Trumps Qualifikation für ihren Job im Weißen Haus ist, das Lieblingskind ihres Vaters zu sein
  • Die "Financial Times" hat diese Beziehung nun in einem Porträt beschrieben
  • Darin wird auch deutlich: Hinter der falschen Bescheidenheit der First Daughter verbirgt sich vor allem eines - Skrupellosigkeit

Ivanka Trump hat ihrem Nachnamen alles zu verdanken: Reichtum, Berühmtheit - und einen Beraterjob im Weißen Haus. Und: Sie ist sich dessen vollkommen bewusst.

Schon vor 14 Jahren sagte sie: "Ich bin absolut stolz, eine Trump zu sein. Ich bin stolz auf meinen Familiennamen und stolz auf alles, was meine Familie jemals gemacht und vollbracht hat." Damals war sie Protagonistin einer Dokumentation unter dem Titel "Born Rich, "Reich geboren".

Heute sagt Ivanka Trump über ihre mächtige Rolle im Weißen Haus: "Kein Zweifel, ich bin hier, weil mein Vater zum Präsidenten gewählt wurde. Ich habe kein Problem damit, das offen zuzugeben. Es ist einfach die Wahrheit."

Gesagt hat Trump das der "Financial Times" ("FT"). Die Zeitung hat ein großes Portrait über die First Daughter der USA geschrieben. Es offenbart zwei Dinge: Ivankas unbändige Loyalität gegenüber ihrem Vater - und ihre Skrupellosigkeit.

"Wenn du Teil eines Team bist, dann bist du Teil eines Teams"

Trumps Vater Donald sagt regelmäßig schreckliche Dinge. Über Ausländer. Über Frauen. Über Menschen, die er einfach nicht leiden kann.

Er weiß, er kommt damit durch. So erklärte der US-Präsident einmal: "Ich könnte jemanden auf offener Straße erschießen und die Leute würden mich immer noch lieben."

Vor allem auf eine Person trifft das wohl zu: Ivanka Trump. Deren Beziehung zu ihrem Vater lässt sich am besten mit den Worten "bedingungslose Loyalität" beschreiben.

Der "FT" sagt die First Daughter, "öffentlich zu widersprechen würde bedeuten, dass ich kein Teil des Teams bin. Wenn du Teil eines Team bist, dann bist du Teil eines Teams." Soll heißen: Die eigene Meinung, so sie eine hat, hält sie lieber zurück - schließlich will sie ihrem Vater nicht schaden.

Auch nicht, wenn der Dinge zu verantworten hat, die Ivanka Trump persönlich nahegehen, wie die "FT" schreibt.

Donald Trump verharmlost Rassismus - Ivanka Trump liest im Urlaub ein Buch

Die Zeitung beschreibt die Ereignisse um den rechten Terror in Charlottesville: Ivanka Trump sei da in einem der Golfclubs ihres Vaters gewesen. Während in Charlottesville Rassisten "Juden werden uns nicht ersetzen" brüllten, beendete sie mit ihrem jüdischen Mann Jared Kushner gerade den Sabbath.

Es brauchte anschließend zwei Tage, bis sich der US-Präsident durchringen konnte, die Vorfälle in Charlottesville zu verurteilen. Ivanka Trump fuhr derweil erneut in den Urlaub, nach Vermont. Während der US-Präsident in einer Pressekonferenz von Gewalttätern auf "beiden Seiten" sprach, von "sehr feinen Leuten" auf Seiten der Neo-Nazis, soll die First Daughter in ihrem Feriendomizil ein Buch gelesen haben.

Seither reagiert Ivanka Trump nicht mehr auf den plumpen Rassismus ihres Vaters. Sie schweigt einfach - aus Loyalität. Und Skrupellosigkeit.

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Ivanka Trump hat einen langfristigen Plan

Denn nichts anderes verbirgt sich hinter der Bescheidenheit und Zurückhaltung der 35-Jährigen.

Würde sie die Öffentlichkeit meiden, würde sie sich aus der Politik heraushalten - man könnte Ivanka Trump höchstens Ignoranz gegenüber den Skandalen ihres Vaters vorwerfen. Ihr vielleicht sogar zu Gute halten, dass sie sich und ihre Familie aus dem Chaos im Weißen Haus heraushält.

Doch Ivanka Trump sucht das Rampenlicht. Ihr Büro ist direkt über dem Oval Office. In dem erscheine sie zum Ärger von vielen Beratern regelmäßig ohne Ankündigung, wie die "FT" berichtet. In einer Mail schrieb Trump der Zeitung: "Mein Herz möchte manchmal, dass ich mich Themen außerhalb meiner Verantwortung oder Expertise widme. Aber ich halte mich zurück."

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Das tut sie in der Tat. Ivanka Trump pickt sich ihre Rosinen aus dem unappetitlichen Kuchen der trumpschen Politik heraus. Sie will für Frauenrechte kämpfen - aber schweigt zum Sexismus ihres Vaters. Ihr Mann ist Jude, aber wenn Donald Trump Antisemiten und Rassisten den Rücken stärkt, liest sie ein Buch.

Denn Ivanka Trump denke vor allem an ihre Karriere nach der Politik, glaubt die "FT": "Sie hat Ambitionen für die Zukunft, sie denkt bewusst langfristig."

"Ich lasse mich von dem Lärm nicht ablenken"

Die eigene Karriere vor die Probleme des Landes zu stellen, die Macht ihres Vaters für sich zu nutzen, ohne auch nur zu versuchen, den eigenen Einfluss zu dessen Mäßigung zu bemühen - das ist nicht bloß ignorant. Das ist skrupellos.

Sie könne ja eh nichts ausrichten, will die First Daughter der "FT" weismachen. Wegen ihr werde ihr Vater sicherlich nicht seine Werte aufgeben, für die ihn die US-Amerikaner ja gewählt hätten. Werte wie Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus oder den generell beleidigenden Umgang mit Menschen.

"Das wird nicht passieren", betonte Trump im Gespräch mit der "FT", "Diese Kritiker, die nichts anderes akzeptieren würden, als dass ich meinen Vater zu einem Liberalen mache, für die werde ich immer eine Versagerin sein."

Die Zeit werde zeigen, ob sie diese Kritiker mit Taten überzeugen könne, sagt Ivanka Trump: "Ich lasse mich von dem Lärm nicht ablenken."

Genau so wenig, wie von den Verfehlungen ihres Vaters.

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(mf)