Burka, Nikab, Hidschab, Tschador, Hidschab: Was ist der Unterschied?

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MUSLIM WOMEN
Muslimische Frauen mit Kopfbedeckung | Juanmonino via Getty Images
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  • Viele Menschen kennen nur das Kopftuch und die Burka als Formen der Verschleierung von Musliminnen
  • Doch in der muslimischen Welt existiert eine Vielzahl verschiedener Kopfbedeckungen und Gewänder

Wenn in Deutschland über die Verschleierung muslimischer Frauen diskutiert wird, kann man sich darauf verlassen, dass bald ein Begriff fällt: Burka.

Das Wort ist kurz, löst Bilder im Kopf aus – und führt fast immer in die Irre.

Denn die Burka ist nur eine von vielen Varianten der Verschleierung, die muslimische Frauen tragen.

Kopftuch, Hidschab (Hijab)

hijab

So sieht das Kopftuch aus: Kopftuch und Hidschab werden häufig synonym verwendet für ein einfarbiges oder buntes quadratisches Tuch oder einen Schal, das oder der am Hals geknotet oder festgesteckt wird. Manche Frauen fixieren die Schichten des Stoffes mit Nadeln aneinander, damit er nicht rutscht.

Hidschab kann aber auch für die Kopfbedeckung allgemein stehen.

Was das Kopftuch bedeckt: Haar, Ohren, Hals, je nach tragevariante auch einen Teil des Dekolletés.

Hier wird das Kopftuch getragen: Das Kopftuch wird überall auf der Welt getragen, in der Türkei und in Deutschland ist es die häufigste Form der Kopfbedeckung, in den Golfstaaten wird vor allem die Schal-Variante getragen.

Schaila (Shayla, Shaila)

schaila

Sie sieht eine Schaila aus: Die Schaila ist ein Schal, der um den Kopf geschlungen wird. Je nach Tragevariante wird er nur luftig über Kopf und Schultern gewunden oder eng um den Kopf gewickelt. Oft ist der Schal an den Enden mit Perlchen oder Pailetten bestickt. Durch das Gewicht hält er besser.

Was die Schaila bedeckt: Haar, Ohren, Hals, je nach Tragevariante mehr auch die Schultern, mehr oder weniger blickdicht.

Wo die Schaila getragen wird: Iran, Golfstaaten.

Amira (Al-Amira)

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So sieht der Amira aus: Der Amira ist eine zweiteilige Kopfbedeckung. Er besteht aus einer eng anliegenden, elastischen Kappe, über die ein weiter geschnittener, schlauchartiger Überzug kommt, der auch die Schultern bedeckt.

Was Al-Amira bedeckt: Haar, Ohren, Hals, einen Teil des Oberkörpers.

Chimar (Khimar)

chimar

So sieht der Chimar aus: Er ist ein meist einfarbiger oder bunter, lockerer Überwurf mit Aussparung für das Gesicht, der bis zur Taille reicht. Manche Varianten sind sogar knielang und haben auch Öffnungen für die Hände.

Was der Chimar bedeckt: Haar, Ohren, Hals, Oberkörper, teils auch die Oberschenkel.

Wo der Chimar getragen wird: unter anderem in Asien.

Tschador

tschador

So sieht der Tschador aus: Es ist ein in der Regel schwarzes, halbkreisförmiges Tuch, das über den Kopf gelegt wird und bis zum Boden reicht. Es hat keinen Verschluss und muss festgehalten werden, teils wird es am Kinn mit einer Nadel zusammengesteckt.

Das bedeckt ein Tschador: Den gesamten Körper, nicht aber das Gesicht.

Hier wird der Tschador getragen: Iran.

Batula (Battoulah)

batula

So sieht eine Batula aus: Es ist eine metallene Maske mit einem dünnen Band für die Stirn und einem breiteren, das Teile der Nase und/oder den Mund bedeckt. Ein dünner Steg verbindet beide Teile. Die Batula wird zusammen mit einer Kopfbedeckung getragen.

Das verdeckt die Batula: Teile der Nase und/oder des Mundes.

Hier wird die Batula getragen: in den kleinen Golfstaaten.

Nikab (Niqab)

niqab

So sieht ein Nikab aus: Ein sogenannter halber Nikab ist ein meist schwarzes Tuch mit zwei seitlichen Bändern, das über die Nase gelegt und am Hinterkopf zugebunden wird. Es kann bis auf die Brust reichen. Diese Variante wird zu einer separaten Kopfbedeckung kombiniert.

Ein kompletter Nikab hat zusätzlich noch ein Stirnteil, das mit dem Tuch durch einen kleinen Steg verbunden sein kann und ebenfalls mit einer Kopfbedeckung kombiniert wird.

Außerdem werden Varianten angeboten, die mit einem Tuch auch den Hinterkopf bedecken.

Was der Nikab bedeckt: Nase, Mund, Kinn, je nach Variante auch die Stirn. Die Augen bleiben in der Regel frei.

Wo der Nikab getragen wird: Golfstaaten.

Buschija (Bushiya) oder Ghatwa

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Wie die Buschija aussieht: Die Buschija oder Ghatwa ist ein dünnes, schwarzes Tuch, das die Augen verdeckt und in der Regel mit Nikab kombiniert wird. Es kann mit zwei Bändern am Kopf festgebunden werden.

Es gibt auch mehrlagige Nikabs, die dann das Tuch zum Bedecken der Augen bereits enthalten.

Was die Buschija bedeckt: Augen.

Wo die Buschija getragen wird: Golfstaaten.

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Abaja (Abaya)

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So sieht eine Abaja aus: Es handelt sich um einen dünnen, schwarzen Mantel, der über der Kleidung getragen wird. Manche Frauen schließen ihn nur über der Brust, andere komplett.

Das bedeckt eine Abaja: den Körper, nicht den Kopf.

Hier wird eine Abaja getragen: Golfstaaten.

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Burka

burka afghan

So sieht eine Burka aus: Die Burka ist ein einfarbiger, meist blauer Überwurf, der bis zum Boden reicht. Im Bereich des Gesichts ist ein Sehgitter eingearbeitet.

Das bedeckt eine Burka: den gesamten Körper.

Hier wird die Burka getragen: Afghanistan und Pakistan.

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