AfD-Politiker Gauland: Deutsche sollen stolz auf "Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen" sein

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Alexander Gauland während seiner Rede beim Kyffhäusertreffen der AfD | Screenshot
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  • Alexander Gauland hat bei einer Rede zum Stolz auf die "Leistung deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen" aufgerufen
  • Den Deutschen müsse ihre Vergangenheit nicht mehr vorgehalten werden, so der AfD-Spitzenpolitiker
  • Gauland sagte: "Wer Geschichte säubert, zerstört unsere Identität"

Millionen Menschen wurden durch die deutsche Wehrmacht ermordet, als sie für Adolf Hitler über Europa herfiel. Soldaten und Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder.

Die Wehrmacht hielt sich bei ihren Angriffskriegen systematisch nicht an das Kriegs- oder Völkerrecht. Deutsche Soldaten begingen im Zweiten Weltkrieg grausame Massaker und Kriegsverbrechen, sie waren indirekt und direkt am Holocaust beteiligt.

Auftritt Alexander Gauland: Am 2. September, auf den Tag genau 72 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, hielt der AfD-Spitzenkandidat eine Rede.

Und sagte: "Wenn die Franzosen zurecht stolz auf ihren Kaiser sind und die Briten auf Nelson und Churchill, haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen."

Gauland: "Wer Geschichte säubert, zerstört unsere Identität"

Gauland hielt diese Rede in Thüringen, auf dem Kyffhäuser-Treffen des rechtsnationalen Flügels der AfD. Die Nachrichtenseite "Buzzfeed News Deutschland" hatte zuerst über sie berichtet.


"Wer Geschichte säubert, zerstört unsere Identität", sagte Gauland. "Unser Freund Björn Höcke hat zurecht darauf hingewiesen: Wir lassen uns unsere Identität nicht zerstören."

Was Björn Höcke tatsächlich getan hat: Er hat das Holocaus-Denkmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Gauland hatte ihn für diese Aussage verteidigt und Höcke sogar als "Seele der AfD" bezeichnet.

Beim Kyffhäuser-Treffen sagte Gauland nun über die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten: "Ja, wir haben uns mit den Verbrechen dieser zwölf Jahre auseinandergesetzt." Kein Volk habe so gründlich mit seiner "falschen Vergangenheit" aufgeräumt, wie das deutsche Volk.

Nicht "grausame Vergangenheit", nicht "abscheuliche Vergangenheit", nicht einmal "traurige Vergangenheit" - sondern "falsche Vergangenheit". Als wolle Gauland sagen: Die Geschichte des Nationalsozialismus sei erfunden.

Gauland: "Haben das Recht, uns unsere Vergangenheit zurückzuholen"

Gauland sagte vor jubelndem Publikum in der Folge: "Man muss uns diese 12 Jahre jetzt nicht mehr vorhalten. Sie betreffen unsere Identität heute nicht mehr."

Die Deutschen hätten das Recht, sich nicht nur ihr Land, sondern auch ihre Vergangenheit zurückzuholen - "das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen." Auf Mörder, Plünderer, Vergewaltiger.

Klar ist: Nicht jedes Wehrmachts-Mitglied war ein Kriegsverbrecher, auch deutsche Soldaten waren Opfer des Zweiten Weltkrieges.

Sie waren aber vor allem Verfechter des brutalen Unrechtsregimes der Nationalsozialisten. Menschen, die an vorderster Front für Rassenideologie, Hass auf Andersdenkende und die Ausrottung der Juden kämpften. Das ist nichts, worauf man stolz sein kann.

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(mf)

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