Stimmenkauf im Wahlkampf? FDP-Kandidat sorgt mit umstrittener Aktion für Empörung

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SCHNURRE
FDP-Kandidat bietet Jungwählern 2 Euro für ihre Stimme an - und sorgt für Empörung | dpa / screenshot
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  • Ein FDP-Kandidat in Sachsen-Anhalt hat Wählern zwei Euro für ihre Wählerstimme angeboten
  • Seine Partei verurteilte die Aktion - der Kandidat brach die Maßnahme ab

Die Aktion eines FDP-Kandidaten in Sachsen-Anhalt hat für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Auf einem Wahlwerbe-Flyer hatte Jörg Schnurre jungen Wählern Geld angeboten.

Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten, die eigene Partei distanzierte sich von der Aktion - und Schnurre brach das Ganze schließlich rasch ab.

Das sogenannte Zukunftsticket sei am Mittwoch an rund 150 Haushalte verteilt worden, sagte Schnurre der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Schnurre tritt als Direktkandidat im Wahlkreis Dessau-Wittenberg an.

Auf der Karte heißt es: "Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, dann bekommst DU mit dieser Karte 2 Euro von mir geschenkt. Einfach so." Einen weiteren Euro versprach Schnurre jedem, der ein Foto von sich und dem Zukunftsticket auf Facebook oder Instagram postet.

"Solche Aktionen haben im Wahlkampf nichts zu suchen"

Der Landesvorsitzende der FDP, Frank Sitta, distanzierte sich von der Aktion. Schnurre sei deutlich "über das Ziel hinausgeschossen", heißt es in einer Mitteilung.

"Der Kandidat hat seine Aktivitäten nicht mit uns als Landesverband und auch nicht mit der Bundespartei abgestimmt. Solche Aktionen haben im Wahlkampf nichts zu suchen", sagte Sitta. Schnurre müsse für "seinen Fehler die volle Verantwortung übernehmen".

Auf seiner Facebook-Seite erntete der FDP-Kandidat heftige Kritik. Viele Nutzer hielten die Aktion für einen Versuch der Wählerbestechung.

Schnurre sagte, die Aktion werde beendet. Er habe die rechtliche Situation nicht genau genug geprüft. Die Aktion überschreite rechtliche Grenzen und greife in die Unabhängigkeit des Wählers ein.

Mit Material der dpa.

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(ame)

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