Muslime helfen Hurrikan-Opfern und haben eine traurige Begründung dafür

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REFUGEES HURRICANE
Das Foto wurde von Ghazal und den Bakri Schwestern bereit gestellt | GHAZAL AND BAKRI SISTERS 16k
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  • Mehr als eine halbe Millionen Menschen haben wegen des Hurrikans Irma ihr Zuhause verloren
  • Flüchtlinge aus dem Nahen Osten versuchten, den Opfern zu helfen
  • Denn sie wissen, was es bedeutet, kein Zuhause mehr zu haben

Hurrikan Irma hat in den USA gewütet und mehr als eine halbe Millionen Menschen wohnungslos gemacht. Zwei Syrerinnen fühlten sie sofort verpflichtet zu helfen. Denn sie wissen sehr gut, wie es sich anfühlt, sein Zuhause zu verlieren.

Abeer und Nora al-Sheikh Bakri sind zwei Schwestern aus Douma in Syrien. 2012 erreichte der Krieg ihre Heimat und eine Odyssee begann. Sie flohen nach Ägpyten, bevor sie 2016 schließlich gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern nach Clarkson, Georgia, ziehen durften.

Die Schwestern haben traditionelle Gerichte für die evakuierten Personen gekocht

Am Sonntagabend, sagt die 28-jährige Abeer der HuffPost am Telefon, habe ein Freund ihnen erzählt, dass wegen des Sturms 39 Menschen in einem Islamischen Zentrum in Alphetta ausharren mussten.

“Ich habe meine Schwester Nora angerufen und wir haben sofort angefangen zu kochen", sagt Abeer. Es gab traditionelle Gerichten aus dem Nahen Osten: Taboula, einen Petersiliensalat, und Kebab zum Beispiel.

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Das Essen, das die Schwestern gekocht haben. Foto: Bakri Schwestern.

"Wir sind durch den Krieg heimatlos geworden" erzählt Abeer. "Wir wissen also, wie es sich anfühlt, alles hinter sich zu lassen."

Die Leiter der Moschee hätten versucht, die Schwestern für ihr Essen zu bezahlen, sagt die 30-jährige Nora, aber sie hätten dankend abgelehnt. Sie waren stolz darauf, in dieser schweren Zeit ehrenamtlich helfen zu können.

"Ich wollte den Menschen helfen, damit sie trotzdem ein wenig Glück fühlen können", sagt sie. “Damit sie sich nicht nur, wie wir damals, heimatlos fühlen."

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Für ihren Einsatz bekommen die Flüchtlinge viel Zuspruch

Die Hilfe der beiden Schwestern kam gut an. "Das Essen sieht fantastisch aus, was für eine tolle Geste. Alles Gute für den Neuanfang aus Portland, Oregon und Willkommen in eurem neuen Zuhause!", schreibt Facebook-Nutzerin Stephanie Etsby unter die Bilder, die die Schwestern von dem Essen gepostet haben.

“Was für eine tolle und selbstlose Geste. Alles sieht total lecker aus! Willkommen in unserem Land und viel Glück. Ich hoffe ihr werdet hier freundlich und mit Respekt behandelt und euer Geschäft wird noch für viele Jahre so gut laufen!", schreibt Nutzerin Claudia Maus aus Menomonee Falls, Wisconsin.

Der Traum von einer eigenen Catering-Firma


Die Bakris sind es gewohnt, für größere Gruppen zu kochen. Sie arbeiten gerade daran, eine eigene Catering- Firma zu gründen: "Sweet and Savory".

Ihre Ehemänner, die auch Geschwister sind, haben schon einmal versucht, ein Café zu eröffnen, als ihre Familie noch in Ägypten gelebt hat, erzählt uns Abeer. Damals habe es nicht geklappt. Aber jetzt wollen sie es noch einmal versuchen.

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Nazer Ghazal und sein Sohn stehen vor den Gerichten, die er mitgebracht hat. Credit: Nazer Ghazal.

Der Hurrikan war weniger beängstigend für sie, weil sie schon Kriege erlebt haben

Nazer Ghazal, ein 53-jähriger syrischer Flüchtling aus Damaskus, der jetzt in der Nähe von Tucker, Georgia lebt, hatte dieselbe Idee. Ghazal ist vergangenen November vom Jordan nach Georgia gekommen. Er ist "Food Artist" und Koch und hat, wie er uns erzählt, ebenfalls hausgemachte Gerichte zur Masjid Omar Bin Abdul Aziz Moschee gebracht, in der 25 Menschen Unterschlupf gesucht haben.

Genauso wie die Bakri-Schwestern kennt auch Ghazal das Gefühl, alles zurücklassen und neu anfangen zu müssen.

"Wir sind durch den Krieg gezwungen worden, in die USA zu kommen. Aber jetzt, wo wir hier sind, geht es uns besser", sagt er uns am Dienstag. “Jetzt sind wir an der Reihe, anderen zu helfen."

Für ihn ist es der erste Hurrikan, den er erlebt. Auch er hatte Angst, aber nicht so große, wie viele andere. "Wir haben schließlich schon einen Krieg überlebt."

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Ghazals "Food Art" für einen islamischen Feiertag. Credit: Nazer Ghazal.


Dieser Beitrag erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Rebecca Nothvogel aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

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