Medienbericht: AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ließ Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten

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Medienbericht: AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel ließ Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten | Joachim Herrmann / Reuters
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  • Laut einem Bericht der "Zeit" soll AfD-Kandidatin Weidel eine Asylbewerberin aus Syrien in der Schweiz illegal beschäftigt haben
  • Weidel hat den Bericht dementiert

Die AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel habe an ihrem Schweizer Wohnsitz in Biel eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz für sich arbeiten lassen. Das berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Im Jahr 2015 habe eine Studentin der Islamwissenschaften für die Politikerin gearbeitet, danach habe Weidel den Job an die Frau aus Syrien weitergegeben. Die Asylbewerberin sei auch im Herbst 2016 dabei gewesen, als Weidel mit ihrer Familie in eine Eigentumswohnung umzog.

Das Gehalt habe Weidel den Frauen bar auf die Hand gezahlt, 25 Franken pro Stunde, was für Schweizer Verhältnisse üblich sei, berichtet die "Zeit". Es habe weder einen Anstellungsvertrag gegeben, noch seien die Frauen um Rechnungsstellung gebeten worden.

Weidels Anwalt spricht von "komplexen rechtlichen Sachverhalten"

Alice Weidel lebt zusammen mit ihrer Lebenspartnerin in Biel. Gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß. Öffentlich nennt die AfD-Politikerin die deutsche Ortschaft Überlingen als Wohnort. Die 38-Jährige ist neben Alexander Gauland die Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag.

Die AfD-Politikerin hat den Bericht der "Zeit" als falsch zurückgewiesen. Weidels Anwalt teilte der "Zeit" mit, Weidel habe "einen freundschaftlichen Kontakt" zu einer Syrerin, die auch in ihrem Haus zu Gast gewesen sei. "Dass die Asylbewerberin aber im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hätte oder aber dafür Lohn bekommen hätte, ist jeweils falsch."

AfD-Sprecher Christian Lüth warf der "Zeit" am Mittwochabend vor, mit Bezug auf die Studentin zu unterschlagen, dass eine Barzahlung an Haushaltshilfen nach Schweizer Recht legal sei.

"Hausangestellte müssen nur dann bei der kantonalen Ausgleichskasse angemeldet werden, wenn ihr Lohn im Jahr 750 Franken übersteigt. Löhne unter dieser Grenze sind beitragsfrei und nicht meldepflichtig", sagte er.

Im Wahlkampf hetzt Weidel gegen Flüchtlinge

Im Wahlkampf macht Weidel mit rassistischen Parolen gegen Flüchtlinge für Stimmung. Zuletzt sorgte sie für Aufsehen, weil sie eine ZDF-Sendung vor laufenden Kameras verließ und ein Interview mit Journalisten abbrach. Außerdem berichtete die "Welt am Sonntag" von einer E-Mail, die angeblich von Weidel stammen soll.

Darin werden Politiker als "Schweine" und "Marionetten" beschimpft, die Souveränität Deutschlands bestritten und vor einer "Ueberfremdung" gewarnt. Weidel bestreitet, die Verfasserin der E-Mail zu sein.

Update 20.30 Uhr: Artikel wurde um das Dementi von Alice Weidel aktualisiert.

Mit Material der dpa.

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(jg)

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