Eine Rentnerin konfrontiert SPD-Chef Schulz im ZDF mit ihrer Situation – der wird kurz richtig böse

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SCHULZ
Eine Rentnerin konfrontiert SPD-Chef Schulz im ZDF mit ihrer Situation – der wird kurz richtig böse | ZDF Screenshot
Drucken
  • Eine Rentnerin klagt in der ZDF-Show "Klartext" über die massiv steigenden Mieten in Hamburg
  • Schulz glaubt, diese Mieterhöhung sei nicht legal
  • Als der Moderator betont, Hamburg sei ja SPD-regiert, wird Schulz böse

Und noch eine Wahlshow: Am Dienstagabend stellt sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in der ZDF-Sendung "Klartext" den Fragen von rund 150 anwesenden Bundesbürgern.

Für Schulz ist es ein wichtiger Termin: Nur noch zwölf Tage bleiben ihm, um unschlüssige Wähler von sich und seiner SPD zu überzeugen. In Umfragen liegen die Sozialdemokraten weiter abgeschlagen hinter der Union.

Zuerst konfrontiert eine Rentnerin Schulz mit ihrer Situation. Sie und ihr Mann müssen bald aus ihrer Wohnung in Hamburg ausziehen, weil die Immobilie komplett saniert wird. Die Miete soll danach um fast das vierfache steigen: Von 230 Euro im Monat auf 850 Euro. "Die Mietpreisbremse funktioniert nicht", klagt die Rentnerin.

Der SPD-Chef betont, er glaube nicht daran, dass eine solche Mieterhöhung nach den geltenden Gesetzen rechtmäßig sei.

Dennoch sagt Schulz: Die Mietpreisbremse, wie die SPD sie wolle, werde von Kanzlerin Merkel blockiert.

Die SPD ist schuld? Da wird Schulz böse

"Fälle wie Ihren gibt es in ganz Deutschland. Das ist hemmungslose Ausbeute von armen Leuten", sagt Schulz. Das müsse man deckeln. "Das hilft Ihnen nicht", weiß der SPD-Chef. Doch der Mieterschutz in Hamburg müsse jetzt einschreiten.

Der ZDF-Moderator wirft ein: "Die Sache hat einen Clou." Vermieter sei eine städtische Wohnungsbaugemeinschaft in einer SPD-regierten Stadt. "Das ändert nichts", beginnt Schulz und bricht dann ab. Als der Moderator zum nächsten Thema kommen will, wird der SPD-Chef ungemütlich.

Schulz weiß, dass er gerade nicht gut aussieht. Er grätscht dazwischen: "Nee, nee, Sekunde!"

"Ob es eine SPD-regierte Stadt ist, oder eine CDU-regierte Stadt, das interessiert mich doch nicht, das interessiert doch die Vermieter nicht." Der SPD-Chef verspricht: "Wenn das eine städtische Wohnungsbaugemeinschaft ist, dann werde ich sie fragen, ob sie einen Knall haben."

Klartext von Schulz also. Der Rentnerin wird das die Wohnung kaum retten.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Mehr zum Thema: Wie ungerecht ist Deutschland? Das sagen Experten und Betroffene:
Martin Schulz kämpft für soziale Gerechtigkeit - aber wie schlecht geht es Deutschland wirklich?
"Wir fühlen uns schuldig für unsere Armut" - was es bedeutet, in einer armen Familie zu leben
Wie gerecht geht es in Deutschland zu? Diese Zahlen zeigen es
Lieber Martin Schulz: Wenn Sie Gerechtigkeit wollen, müssen Sie diesen Millionen Menschen in Deutschland helfen
Eine Grafik zeigt die erschütternde Ungleichheit in den USA - sie muss auch den Deutschen eine Warnung sein

(ben)

Korrektur anregen