Hunderte Menschen sterben in Deutschland an dieser Krankheit - weil Ärzte die Symptome falsch deuten

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  • Ein Riss in der Innenwand der Hauptschlagader kann schnell lebensbedrohlich werden
  • Die Symptome werden jedoch von den Ärzten oft falsch gedeutet
  • Bei einer falschen Behandlung kann den Betroffenen kaum noch geholfen werden.

Eine Aortendissektion kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Dabei bekommt die Innenwand der menschlichen Hauptschlagader einen Riss und das Blut fließt in den Zwischenraum der Aorta. Das Herz kann ebenfalls von Einblutungen betroffen sein.

Es ist ein lebensbedrohlicher Zustand, in dem schnell operiert werden muss.

Doch die Anzeichen einer Aortendissektion ähneln stark denen eines Herzinfarkts - und das ist ein Problem. Ärzte stellen häufig eine falsche Diagnose. Doch die blutverdünnenden Mittel, die zur Behandlung eingesetzt werden, beschleunigen die Einblutungen noch.

Den Betroffenen kann dann kaum noch geholfen werden.

Das Deutsche Herzzentrum in Berlin will mit einer Notfallhotline Abhilfe schaffen

Und das Problem scheint größer als bisher gedacht: Eine aktuelle Studie aus dem "International Journal of Cardiology" geht von rund 11,9 Erkrankungen je 100.000 Einwohner aus. Damit wären mehr als doppelt so viele Deutsche betroffen als bisher gedacht.

Das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) geht davon aus, dass allein in Berlin und Brandenburg im Jahr zusätzlich 200 Menschen an einer Aortendissektion sterben – weil das Krankheitsbild zu spät oder gar nicht erkannt wurde.

Die Experten sehen dringenden Handlungsbedarf. Das Deutsche Herzzentrum in Berlin will mit einer Notfallhotline Abhilfe schaffen. Den Rettungsdiensten steht dazu rund um die Uhr ein Spezialist telefonisch zur Verfügung.

Nach eigener Aussage zeigt das Projekt schon Erfolge: Die Zahl der Patienten, die wegen einer akuten Aortendissektion operiert wurden, sei um mehr als 70 Prozent gestiegen.

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(lm)

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