"Manchmal braucht man einen Arschtritt": Lindner hat auf ProSieben eine klare Botschaft an die Jugend

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CHRISTIAN LINDNER
"Manchmal braucht man einen Arschtritt": Klaas entlockt Lindner auf ProSieben eine knallige Ansage | screenshot
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  • ProSieben-Moderator Klaas Heufer-Umlauf hat mit FDP-Chef Christian Lindner über das bedingungslose Grundeinkommen gesprochen
  • Linder machte eine knallige Ansage - vor allem auch an die Jugend

Für sein Interview mit FDP-Chef Christian Lindner hat sich Moderator Klaas Heufer-Umlauf eine besondere Umgebung ausgesucht: einen gelben Chevrolet Camaro, bekannt aus den "Transformers"-Filmen.

Darin chauffierte Heufer-Umlauf in seiner neuen Sendung "Ein Mann - eine Wahl" für ProSieben am Montagabend den Politiker umher. Die beiden sprachen über Lindners Porsche, die Frage, welches Auto die FDP symbolisieren könnte - und wie der Liberale zum bedingungslosen Grundeinkommen steht.

Beim letzten Thema entlockte Heufer-Umlauf dem FDP-Chef eine knallige Ansage an alle jungen Menschen in Deutschland.

Die FDP sei keine "Ego-Partei"

Zunächst zum Porsche. Privat fahre Lindner einen 38 Jahre alten Porsche 911 G, 1500 Kilometer im Jahr. Als deutschen Sportwagen sieht Lindner seine Partei - symbolisch gesprochen - allerdings nicht. "Wir sind eine Partei von Individualisten. Wenn dann sind wir ein ganzer Fuhrpark", sagte Lindner.

Verbunden seien die FDP-Mitglieder nur durch ihre Weltsicht: "Du bist der beste Experte für dein Leben, also sollst du auch am meisten über dein Leben entscheiden." Heufer-Umlauf hakte nach: Bedeute das dann nicht Egoismus?

Lindner verneinte entschieden. "Ich will ja, dass du Autor deines Lebens wirst." Die FDP sei keine "Ego-Partei", keiner solle untergehen im "großen Wir".

Lindner und das bedingungslose Grundeinkommen

In der Waschstraße sprachen Heufer-Umlauf und Lindner dann über die Zukunft der Arbeit. Gebe es nicht viele Menschen, die mal Arbeit hätten und dann wieder nicht, war die Frage des Moderators. "Die wollen doch trotzdem, dass man sich um sie kümmert?"

"Immer dieses Kümmern", sagte Lindner und stellte sein Konzept seines Bürgergeldes vor. Eine andere Art der Absicherung, die Bafög, Arbeitslosengeld und Grundsicherung vereine. "Wenn du in einem Monat wenig verdienst, bekommst du was", erklärte Lindner. Und in guten Zeiten werde eingezahlt.

Heufer-Umlauf brachte das bedingungslose Grundeinkommen ins Gespräch ein. Lindner hielt nichts von diesem Konzept. "Manchmal braucht man einen Arschtritt", sagte der FDP-Chef. "Zum Beispiel als 18-Jähriger, da kriegst du bedingungsloses Grundeinkommen und sagst: Ja, reicht mir."

"Manchmal braucht man einen Arschtritt"

Junge Leute bräuchten einen Anschub, um eine Ausbildung zu machen, zu lernen oder zu arbeiten. "Das macht die Menschen am Ende vielleicht viel glücklicher, als wenn man sie auf der Couch belässt."

Heufer-Umlauf brachte Lindners Aussage auf den Punkt: "Es muss ein Arschtritt durch Deutschland gehen." Der FDP-Chef nickte zustimmend und grinste. "Oder?", fragte der Moderator. "Vielleicht", gab Lindner zu.

Aber auch die FDP experimentiert mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein will das Konzept in einem Testlauf ausprobieren, so steht es im Koalitionsvertrag.

Die Schirmherrschaft dafür soll das Sozialministerium unter Führung der FDP übernehmen, der Vorschlag kam aber wohl eher auf Drängen der Grünen in den Koalitionsvertrag.

Heufer-Umlauf versprach mit seiner neuen Show eine "Politiksendung, die trotzdem auch ein bisschen lustig ist". Nicht nur das Interview mit Lindner hielt dieses Versprechen in der ersten Folge.

Mehr zum Thema: Finnland testet das bedingungslose Grundeinkommen - und widerlegt das wichtigste Argument der Kritiker

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(jg)

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