"Wahlarena" in der ARD: Merkel überrascht mit einer Geste, die viele Deutsche ihr nicht zugetraut hätten

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  • Angela Merkel hat bei ihrem Auftritt in der ARD-"Wahlarena" überzeugt
  • Und es kam auch zu einem ungewöhnlich emotionalen Moment
  • Die Szene seht ihr oben im Video

Angela Merkel zeigt im Fernsehen Emphatie. Millionen Deutsche hätten ihr das nach 12 Jahren Kanzlerschaft eher nicht zugetraut. Nun passierte es doch.

Schauplatz: Die ARD-"Wahlarena". Der Anlass: Natalie Dedreux, eine 18-jährige Erstwählerin mit Down-Syndrom, die als Fragestellerin eingeladen war.

Dedreux fragte die Kanzlerin, warum es denn immer noch möglich sei, dass ein Kind wie sie bis kurz vor der Geburt abgetrieben werden dürfe. "Ich will nicht abgetrieben werden, ich will auf der Welt bleiben", sagte Dedreux.

Merkel reagiert nicht zuerst politisch, sondern emotional

In diesem Moment verließ die Kanzlerin ihr Stehpult und ging auf das Mädchen zu. "Sagen Sie sowas immer wieder. Es steckt so viel in jedem. Danke, dass Sie hier sind."

Merkel reagierte auf Dedreux nicht zuerst politisch, sondern emotional.

Das war nicht immer so. Merkels Auftritt mit dem weinenden Mädchen Reem, das Angst hatte, abgeschoben zu werden und das von der Kanzlerin mit kühlen Worten abgespeist wurde, ging um die Welt.

Zuletzt hatte die Kanzlerin noch eine junge Youtuberin abgebügelt, die der Kanzlerin bekannte, dass sie gerade ihr erstes Interview führe.

Viele Wähler dürften deshalb gestern durchaus überrascht gewesen sein.

Lange für das Recht der Kinder gekämpft

Die "Wahlarena" zeigt, dass Merkel gelernt hat. Man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass Merkel das helfen wird. "Ich bin, ein extremer Fan von ihnen", bekannte Dedreux.

Aber ganz unpolitisch blieb Merkel am Ende doch nicht. Denn Dedreux fragte die Kanzlerin auch, warum sie das Recht zu Spätabtreibungen nicht verändert habe.

Merkel erklärte dem Mädchen, dass sich ihr Fraktionschef Volker Kauder lange bemüht habe, das Recht zu Spätabtreibungen zu ändern. Aber es gebe auch eine Entscheidungsfreiheit der Eltern.

Da waren sie wieder, die Niederungen der Sachpolitik, die häufig abwägen muss - und damit nicht allen Betroffenen vollkommen gerecht werden kann.

Doch Merkel wirkte nicht kalt in diesem Moment, sondern zugewandt, verständnisvoll und herzlich. Auch das erwarten die Wähler von einer Kanzlerin.

Mehr zur ARD-"Wahlarena": "Das kann nicht sein": Ein junger Pfleger geigt Merkel in der ARD-Wahlarena seine Meinung

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(ll)

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