"Das kann nicht sein": Ein junger Pfleger geigt Merkel in der ARD-Wahlarena seine Meinung

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  • Ein junger Pfleger hat die Kanzlerin in der ARD mit der Situation in Pflegeheimen konfrontiert
  • Die Antwort der Kanzlerin stellte den jungen Mann nicht zufrieden
  • Die Szene seht ihr oben im Video

Hunderte Journalisten haben sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits die Zähne ausgebissen. Die CDU-Chefin gilt – wie wenige Politiker in Europa – als schwierig zu knacken. In der ARD-Wahlarena war es am Montagabend an 100 repräsentativ ausgewählten Bürgern, Merkel mit ihren Fragen zu löchern.

Ein junger Pfleger nahm die Kanzlerin dann auch schon nach wenigen Minuten schwer unter Beschuss. Er zitierte den Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Diese Würde sehe er aber tagtäglich verletzt. Pflegebedürftige würden teils stundenlang in ihren eigenen Ausscheidungen liegen müssen, klagte er wütend an.

Merkel habe zwölf Jahre regiert – und getan habe sich nichts.

"20 Patienten pro Pflegekraft – das kann nicht sein", wütete er. Es brauche hier eine verpflichtende Quote: "Das muss doch in einem Land wie Deutschland möglich sein."

Merkel erklärte, eine "Neuausrichtung“ der Betreuungsschlüssel und Mindeststandards werde gerade mit den Pflegekassen ausgehandelt. Bis 2018 – ganz ist Merkel sich mit dem Jahr nicht sicher – solle in den Krankenhäusern ein Standard gelten. Hoffentlich werde alles besser sein, "wenn wir uns in zwei Jahren wiedersehen würden."

Doch der junge Mann ließ sich nicht so einfach abspeisen. "Wie wollen Sie das denn schaffen?", rief er. Es fehle an tausenden Betreuern. "Die fallen nicht vom Himmel." Fachkräfte müssten zunehmend aus dem Ausland angeworben werden – trotzdem reiche es hinten und vorne nicht.

Auch ein anderer junger Mann entlockt Merkel Brisantes

Schon früher in der Sendung hatte ein 18-Jähriger Merkel gehörig unter Druck gesetzt. Er unterstütze Merkel zwar, wolle aber nicht die CSU wählen. Mit einer "Obergrenze für Flüchtlinge", wie sie die CSU in ihrem "Bayernplan" fordere, gehe er nicht konform.

Merkel geriet unter Druck: Ihre Position zur Obergrenze sei bekannt, sagte die CDU-Chefin. Sie halte eine solche Regelung für nicht praktikabel. "Die gleiche Situation hatten wir nur mit der Maut dann auch", warf der junge Mann Merkel vor. Auch als sie versprochen habe, dass die PKW-Maut nicht komme, habe sie nicht Wort gehalten.

Nach rund drei Minuten Hin und Her erklärte Merkel dann endlich ihre Absage zur Obergrenze: "Garantiert, ja". Mit ihr als Kanzlerin soll es keine solche Beschränkung geben.

Brisant: Wenige Stunden zuvor hatte der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer im Gespräch mit Lesern der "Welt" gedroht, die CSU würde ohne eine Flüchtlingsobergrenze nicht in eine Regierung eintreten.

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(ben)

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