Ex-Berater Bannon verrät den größten Fehler, den Donald Trump als US-Präsident gemacht hat

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Rechtsnational und stolz darauf: Stephen Bannon | Getty
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  • Stephen Bannon galt einst als einflussreichster Berater von US-Präsident Donald Trump
  • Nach einem Machtkampf im Weißen Haus wurde er gefeuert - und will doch weiter für Trump kämpfen
  • Jetzt hat Bannon in einem Interview den größten Fehler verraten, den sein ehemaliger Chef laut ihm gemacht hat

Stephen Bannon ist ein rechtsnationales Phänomen. Als Drehbuchautor, Investmentbanker und zuletzt Chef-Stratege im Weißen Haus ist er gescheitert - und doch ist Bannon in den USA ein Mann mit ungeheurem Einfluss.

Das liegt zum einen daran, dass Bannon mit seiner rechten Nachrichtenseite "Breitbart" die Stimmung unter den Trump-Anhängern in den USA anzuheizen vermag. Es liegt aber auch an der nahezu morbiden Faszination, die von Bannon ausgeht. Im aalglatten Washingtoner Politikbetrieb war und ist Bannon ein Fremdkörper - und weckt so immer wieder neues Medieninteresse.

Jetzt sorgt die CBS-Sendung "60 Minutes" für Aufsehen. Eine Stunde lang interviewte Moderator Charlie Rose Bannon - und erfuhr so, was dieser für den größten Fehler hält, denn sein ehemaliger Chef Donald Trump jemals gemacht haben soll.

Bannon: "Vielleicht der größte Fehler in der modernen politischen Geschichte"

Dieser größte Fehler hat natürlich mit der Russland-Affäre des US-Präsidenten zu tun.

Den Vorwurf, Trump habe mit Russland zusammengearbeitet, um die Wahl zu gewinnen, nannte Bannon eine "totale und komplette Farce".

Auch behauptete er, es ließe sich überhaupt nicht klar sagen, ob der Kreml Einfluss auf die US-Wahl genommen habe.

Doch Bannon gibt zu, dass Donald Trump im Umgang mit der Affäre einen großen Fehler gemacht habe.

"Jemand hat mir gesagt, Sie hätten die Entlassung des ehemaligen FBI-Chefs James Comey als größten Fehler in der Geschichte der Politik bezeichnet. Stimmt das?", fragte Moderator Rose Bannon.

Und der antwortete: "So eine Formulierung wäre vielleicht selbst für mich etwas bombastisch. Aber bestimmt der größte Fehler der neueren Geschichte der Politik."

Ohne Comey-Entlassung keine Einsetzung des Sonderermittlers Mueller

Bannon begründete das mit den Ermittlungen, die in Folge der Entlassung Comeys gegen Donald Trump eingeleitet worden seien. "Ohne Frage, wäre James Comey nicht entlassen worden, dann würde es nun keinen Sonderermittler geben", sagte Bannon bei "60 Minutes".

Sonderermittler Robert Mueller ist derzeit dabei, Beweise und Indizien zu sammeln, um herauszufinden, ob Trumps Wahlkampf-Team tatsächlich mit den Russen zusammengearbeitet haben könnte. Zuletzt wurde deutlich, dass Mueller dabei nicht nur politische Machenschaften Trumps, sondern auch dessen Geschäftsverbindungen untersucht.

Möglich, dass dabei auch Stephen Bannon ins Visier der Ermittler gerät. Den scheint das nicht zu kümmern. Er will weiterkämpfen: Für Trump, gegen das Establishment und gegen die liberalen Medien. "Ich bin ein Straßenkämpfer", sagte Bannon bei "60 Minutes". "Und wenn ich kämpfe, dann gewinne ich."

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(ll)

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