"Hart aber Fair": Jens Spahn duzt Linken-Chef Bartsch – doch eine Kamera fängt ein, wem er wirklich nahesteht

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  • CDU-Politiker Spahn hat bei "Hart aber Fair" Linken-Chef Bartsch geduzt
  • Das war ihm im Nachhinein offenbar peinlich
  • Deutlich offener zeigte er seine Sympathie für FDP-Chef Lindner

Bei "Hart aber Fair“ drehte sich am Montagabend alles um ein für viele Deutsche unbequemes Thema: Geld.

Genauer gesagt um Steuern, die Rente und die für viele Bundesbürger untragbar hohen Mietpreise. Auch CDU-Staatssekretär Jens Spahn machte ein persönliches Geständnis: Selbst er habe bei der Bank zuletzt keinen Kredit bekommen.

Linken-Chef Dietmar Bartsch nutzte Spahns Aussage für einen Angriff. Als der CDU-Mann ihm das Wort nehmen wollte, sagte Bartsch: "Wenn der Herr Staatssekretär schon bei der Sparkasse so behandelt wird, darf er wenigstens hier reden.“

Spahn schoss zurück: "Den kannst du aber eigentlich besser“ und spielte damit auf den Witz von Bartsch an. Ganz plötzlich wurde Moderator Frank Plasberg hellhörig: "Duzen Sie sich?“

Spahn stockte, winkte ab. "Ach“. Fast wirkte es, als schäme sich der konservative Finanzexperte für seine offensichtliche Nähe zum Linken-Politiker. "Ganz davon unabhängig...“, sagte Spahn und lenkte das Gespräch schnell wieder auf seine politische Agenda.

Kamera fängt Harmonie zwischen Spahn und Lindner ein

Deutlich offener zeigte der CDU-Mann seine Sympathie für FDP-Chef Lindner. Die Liberalen gelten neben den Grünen und der SPD als ein wahrscheinlicher Koalitionspartner der Union.

Deshalb hatte die ARD eine zusätzliche Kamera auf die beiden Politiker gerichtet. Am Ende zeigte Plasberg einige gesammelte Ausschnitte aus der Sendung. Ein "Harmonietest“, wie der Moderator polemisch bemerkte.

Deutlich zu erkennen: Immer wieder nickte Lindner, wenn Spahn seine Meinung darlegte, der CDU-Mann pflichtete seinerseits den Ausführungen des Liberalen bei. Mehrmals tuschelten die beiden Politiker, als ein anderer in der Runde das Wort ergriff.

"Wir sind eine eigenständige Partei“, betonte Lindner darauf angesprochen. Er werde keine Koalitionsaussagen machen. "Wir haben unsere Erfahrungen mit Frau Merkel gemacht.“ Spahn erklärte, es sei nur normal, Lindner zuzustimmen, wenn der etwas Richtiges sage.

Zumindest am Montag waren die beiden Parteien in vielen Punkten einer Meinung. Spahn und Lindner betonten beide, wie wichtig es sei, dass Menschen sich wieder eigene Immobilien leisten können.

Ein Problem, dass sich nicht durch den Bau von Sozialwohnungen lösen lasse.

Beide sprachen sich deutlich gegen höhere Sozialabgaben aus, gingen Linke und SPD, die von Manuela Schwesig vertreten wurde, immer wieder scharf an.

Bartsch witzelte: "Da wird der Özdemir ganz neidisch sein, wenn er das sieht." Auch der Grünen-Chef strebt eine Koalition mit der Union an.

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(ben)

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