Hunderte Menschen pilgern zu bayerischer Kapelle - und warten dort stundenlang auf ein Wunder

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  • Hunderte Gläubige und Schaulustige haben sich am Samstag im bayerischen Unterflossing versammelt
  • In dem oberbayerischen Ort sollte ein Wunder geschehen
  • Auch ein italienischer Seher war vor Ort

In Unterflossing, einem bayerischen Ort mit 112 Einwohnern, haben sich am Samstag hunderte Menschen versammelt.

Gläubige Christen und Schaulustige pilgerten in das kleine Dorf, stellten dort ihre Klappstühle auf und warteten stundenlang - auf die heilige Mutter Gottes. Denn die sollte um 16.30 Uhr erscheinen.

Das berichtet das Regionalportal "innsalzach24.de", das mit einem Reporter vor Ort war.

unterflossing

(Credit: innsalzach24.de)

Um 16.30 Uhr kommt Maria - oder auch nicht

Um 10 Uhr gab es dann bereits eine Messe zu Ehren Marias, ab 12 Uhr beteten die Menschen den Rosenkranz. Es war nicht das erste Mal, dass sich die Gläubigen so zahlreich in dem kleinen Ort im Landkreis Mühldorf getroffen haben. Regelmäßig hoffen die Menschen hier auf eine Marienerscheinung.

Doch das Wunder kam nicht. Nicht um 16.30 Uhr, wie angenommen, und auch danach nicht.

Der Bayerische Rundfunk war ebenfalls vor Ort und hat dort mit den Menschen gesprochen.

Ein Gläubiger sagte dem Sender: "Gesehen habe ich sie nicht. Gespürt? Ja! Jetzt geht es mir besser. Im Körper habe ich einen Schauer gespürt, aber ob das jetzt wirklich sie ist, kann ich nicht sagen. Das ist einfach der Himmel auf Erden. Man muss nicht immer was spüren, man muss einfach vertrauen und Glauben haben."

Salvatore Caputo will Maria am Samstag nicht nur gespürt, sondern auch gesehen haben. Um den Seher aus Sizilien, das berichtet "innsalzach24.de", bildete sich nach der Erscheinung eine Menschentraube - er verlas die Botschaft, die ihm Maria angeblich für die Gläubigen übertragen hatte.

Jetzt ermittelt der Sektenbeauftragte

Die Kirche sieht das Wunder von Unterflossing skeptisch. Im italienischen Mantua soll der Sizilianer Caputo ebenfalls diverse Erscheinungen gehabt haben. Sie wurden von der Kirche nicht anerkannt.

Nun ermittelt im Fall Unterflossing der Sektenbeauftragte. Offenbar hat die Institution Bedenken, die Gläubigen könnten ausgebeutet werden.

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(ll)

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