VW-Manager sollen für ihre konzerneigenen Villen nur Mini-Mieten gezahlt haben

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WINTERKORN
Medienbericht: VW-Manager zahlten für konzerneigene Villen Mini-Mieten | dpa
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  • Manager des Autobauers Volkswagen haben laut einem Medienbericht für konzerneigene Immobilien Mieten deutlich unter dem Marktpreis gezahlt
  • Erst 2014 seien die Mieten angehoben worden

VW-Vorstände sollen jahrelang für konzerneigene Immobilien in und um Wolfsburg Mieten gezahlt haben, die deutlich unter dem Marktpreis gelegen hätten. Das berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Aufsichtsratsunterlagen.

Wie aus einem internen Dokument hervorgehe, seien sechs Vorstände betroffen gewesen. Darunter seien der frühere Finanzvorstand und heutige Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sowie Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn gewesen.

Laut den Unterlagen habe Pötsch für ein Haus mit einer Wohnfläche von 324 Quadratmetern eine monatliche Netto-Kaltmiete von 1532 Euro gezahlt. Winterkorn sei auf eine Miete von 1725 Euro bei einer Wohnfläche von 520 Quadratmetern gekommen.

Das entspricht einem Quadratmeterpreis von rund drei Euro. Beide hätten in den Häusern privat gewohnt.

Piëch ließ die Mieten erhöhen

Anfang 2014 habe der Autobauer auf Betreiben des damaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Mieten erhöht. Pötsch und Winterkorn mussten fortan jeweils rund 650 Euro pro Monat mehr zahlen.

"Die Mitglieder des Vorstandes" müssten künftig "Häuser zu Marktpreisen mieten", soll in einem vertraulichen Papier stehen.

Und weiter: "Es erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Miete im Vergleich zu den ortsüblichen Marktmieten." Die Kosten für die Gartenpflege trage jedes Vorstandsmitglied ab sofort selbst.

Untreue-Verdacht wegen Nutzung von Firmenjets

Ebenfalls Anfang 2014 mussten mehrere VW-Vorstände wegen der privaten Nutzung von Firmenflugzeugen Geld nachzahlen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft deshalb laut Informationen des "Spiegels" einen Untreue-Verdacht. VW weist die Vorwürfe zurück.

Bei dem VW-Aufsichtsratchef Pötsch habe es sich um eine Summe von mehr als einer halben Million Euro für Privatflüge mit Firmenjets gehandelt, berichtete die "Bild am Sonntag". Laut der Zeitung habe der damalige Aufsichtsrat Piëch auf die Rückzahlungen gedrängt.

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(mf)

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