Hamburger Eltern wollen ihr behindertes Kind nicht - jetzt braucht der Kleine eure Hilfe

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  • Vor wenigen Tagen ist in Hamburg ein kleiner Junge mit Down-Syndrom zur Welt gekommen
  • Seine Eltern haben ihn zur Adoption freigegeben
  • Ein Mann aus St. Pauli setzt sich in einem Facebook-Post für den Kleinen ein - und sucht mutige Menschen

"In Hamburg wurde in diesen Tagen ein kleiner Junge geboren, welcher das Down-Syndrom hat."

So beginnt der emotionale Facebook-Beitrag von Raphael Brinkert. Der Vermarkter und Gründer mehrerer Werbeagenturen setzt sich für ein Baby ein, das erst vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen ist - aber es jetzt schon verdammt schwer hat.

Nicht nur, dass der Kleine das Down-Syndrom hat. Er hat auch keine Eltern mehr. Denn die haben ihr Kind zur Adoption freigegeben, als sie die Diagnose Trisomie 21 bekamen.

Ungewisse Zukunft

Raphael Brinkert will dem Kind jetzt helfen. Er sucht dringend nach Adoptiveltern. Sollten die nicht bald gefunden werden, ereilt den kleinen Jungen ein weiterer schwerer Schicksalsschlag: Er müsste in ein Heim für Schwerstbehinderte.

"Die Konsequenz ist, dass er höchstwahrscheinlich nicht die inklusive Förderung erhalten wird, die ihm ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben, ein inklusives Leben ermöglichen wird", schreibt Brinkert.

Mutige Menschen dringend gesucht

Und er räumt in seinem Beitrag auch direkt mit Vorurteilen auf. Er ist nämlich selbst Vater eines Kindes mit Down-Syndrom. Auch deshalb hat er sich bereits in der Vergangenheit für Kinder mit dem Syndrom eingesetzt und engagiert sich bei KIDS Hamburg e.V., einem Verein, der sich für Menschen mit Down-Syndrom stark macht.

Den Alltag mit seinem Sohn beschreibt er so: "Wir selbst haben einen kerngesunden Jungen mit DS und ehrlich gesagt machen uns seine Schwestern nicht selten mehr zu schaffen, als er."

Er appelliert an die Facebook-Gemeinde: "Vielleicht gibt es ja Eltern oder Noch-Nicht-Eltern, die diesen Text lesen und sich eine Adoption vorstellen können." Sein Post ist ein voller Erfolg: Bereits über 5000 Menschen haben Brinkerts bewegende Zeilen in den vergangenen 48 Stunden geteilt.

In einem Update von Samstagmittag schreibt der Verfasser: "Wir sind überwältigt von den Zuschriften, darunter auch ernstgemeinte Anfragen. Vielen Dank dafür! Der kleine Junge liegt noch immer auf der Neugeborenen-Station und wartet auf Adoptiveltern."

Auch wenn das letzte Wort natürlich die Behörden haben werden: Der Grundstein für eine glückliche Zukunft könnte gelegt worden sein. Mit einem einzigen Facebook-Beitrag.

UPDATE 11.9.: Der Facebook-Post wurde inzwischen gelöscht oder die Privatsphäreeinstellungen wurden geändert. Deswegen haben wir ihn aus dem Text entfernt.

Interessierte Eltern können sich an die Adoptionsvermittlungsstelle des Bezirksamt Hamburg-Nord wenden:
Adresse: Südring 30a, 22303 Hamburg
Telefon: +49 40 42863-6180 und +49 40 42863-6188
Email: Adoptionsstelle@hamburg-nord.hamburg.de

Erstkontakt für die Besonderheiten beim Down Syndrom ist Kids Hamburg e.V., allgemeine Infos zur Adoption finden sich hier.

Mehr zum Thema: In Island werden fast keine Kinder mit Down-Syndrom mehr geboren - warum das keine gute Nachricht ist

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(mf, lk)

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