"Finde es nur unfassbar": AfD-Politikerin Weidel äußert sich erstmalig selbst zur radikalen E-Mail

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"Finde es nur unfassbar": AfD-Politikerin Weidel äußert sich erstmalig selbst zur radikalen E-Mail | dpa
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  • Am Samstag ist eine radikale E-Mail aufgetaucht, die von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel stammen soll
  • Ein AfD-Parteisprecher bezeichnete die E-Mail als "Fälschung"
  • Am Sonntag hat sich Weidel nun selbst zu den Vorwürfen geäußert - und wiegelt alles ab

Von der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und Demokratie-verachtenden Thesen aufgetaucht sein.

Im Wahlchat der "Welt" hat sich Weidel nun erstmals selbst dazu geäußert. Sie umschiffte die Frage, ob sie eidesstaatlich bezeugen würde, dass die E-Mail nicht von ihr stammt. Sie erklärte: "Das werden Sie sehen, was wir tun werden."

Die Veröffentlichung finde sie "nur unfassbar". Die AfD-Politikerin stellte klar: "Ich habe zu dem Thema durch meinen Sprecher alles gesagt. Ich werde nicht über jedes Stöckchen springen, das man mir hinhält."

Weidel betonte, sie werde sich nicht an "dieser plumpen Kampagne" beteiligen, um diese "auch noch selbst zu befeuern".

AfD-Sprecher: E-Mail ist eine "Fälschung"

Zuvor hatte bereits AfD-Sprecher Christian Lüth die Mail auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) als "Fälschung" bezeichnet. Weidel habe ihm versichert, die Mail stamme nicht von ihr.

Der "Welt am Sonntag" ("Wams") zufolge wird in der E-Mail vom 24. Februar 2013 der Vorwurf erhoben, die Regierenden zerstörten durch eine "Überschwemmung" mit "kulturfremden Völkern wie Arabern, Sinti und Roma" systematisch die bürgerliche Gesellschaft, um sie als Gegengewicht auszuschalten.

Der Empfänger der Mail führte gegenüber der "WamS" zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Betreffzeile der Mail auf ein Gespräch mit ihm beziehe, und sie diese wie üblich mit ihrem Spitznamen "Lille" gezeichnet habe. Auch nach dpa-Informationen war "Lille" früher ein Spitzname Weidels.

Zu der Zeit, aus der die Mail angeblich stammt, soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer "Wahlalternative 2013" zu engagieren, berichtet die "Wams".

Weidel distanziere sich "die ganze Zeit"

Während des Wahlchats wurde Weidel auch mehrmals gefragt, ob sie sich von den rechten Äußerungen ihrer Parteikollegen distanzieren wolle.

Wie schon in der Vergangenheit lavierte sie um das Thema herum: Sie würde sich die "ganze Zeit" distanzieren. "Unsere Basis ist das Wahlprogramm. Auf dieser Basis bewegen wir uns."

Darüber hinaus sei die Aussage ihres Co-Spitzenkandidaten Alexander Gauland, der erklärt hatte, man werde Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz "in Anatolien entsorgen", aus Sicht von Weidel "keine rechtsradikale Äußerung". Wenn überhaupt distanziere sie sich von der "Sprache, vielleicht".

Immerhin betonte die AfD-Politikerin, dass "Antisemitismus nicht akzeptabel ist" - und sich die Wähler vor einer Wiederholung des Dritten Reiches "nicht zu fürchten" bräuchten.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.pngInside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

(jg)

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