Präsident der Ukraine warnt vor "russischem Offensivkrieg von kontinentalen Ausmaßen"

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  • Derzeit üben tausende russische und weißrussische Soldaten an der Grenze zur Ukraine
  • Kiew bereitet das große Sorgen - und sieht sich an den Kaukasuskrieg 2008 und die Krim-Annexion 2014 erinnert
  • Warum das so ist, seht ihr im Video oben

Schon seit Tagen lässt Russland an seiner Westgrenze die Muskeln spielen. Dort findet derzeit das russisch-weißrussische Großmanöver "Sapad" (Westen) statt.

Das Nachbarland Ukraine sieht die riesige Militärübung mit Sorgen. So warnte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko beim britischen TV-Sender BBC:

"Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich Moskau aus dem Donbas oder von der Krim zurückziehen wird. Stattdessen gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Russland einen Offensivkrieg von kontinentalen Ausmaßen plant."

Poroschenkos Angst ist nicht völlig unbegründet: Denn kurz vor dem Kaukasuskrieg 2008 gegen Georgien hatte Moskau ebenfalls ein Manöver an der Grenze durchgeführt. Auch vor der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Frühjahr 2014 war ein ähnliches Muster zu beobachten.

Russland bestreitet allerdings, dass "Sapad" ähnlichen Zwecken diene.

7000 Waggons mit Soldaten und Technik

Trotzdem habe Kiew die Kontrollen an allen Abschnitten der Grenze zu Weißrussland verstärkt, erklärte Poroschenko.

"7000 Waggons mit Soldaten und Technik nähern sich unseren Grenzen und es gibt keine Garantien, dass alles nach dem Manöver [...] nach Russland zurückkehrt."

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte die Vermutung geäußert, dass mehr als 100.000 Soldaten an dem Manöver teilnehmen werden.

Russland spricht allerdings nur von 12.700 Soldaten. Bei mehr als 13.000 Soldaten müsste Russland als Mitglied der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine Beobachtung ermöglichen.

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