AfD-Politikerin Weidel rennt aus dem nächsten Interview - das waren ihre letzten Worte

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  • AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat erneut ein Interview abgebrochen
  • Nichtmal vier Minuten hielt Weidel mit den Journalisten der "Oberhessischen Presse" aus
  • Offenbar hat die Partei ein Problem damit, ihre ausländerfeindlichen Äußerungen zu erklären

Im Video oben seht ihr die Szene, in der Weidel bereits die Sendung "Wie geht's, Deutschland?" vorzeitig verlässt.

Es ist das nächste Interview, das AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel abbricht.

Ganze drei Minuten und 44 Sekunden hält die Frau, die mal Spitzenpolitikerin werden will, mit den Journalisten der "Oberhessischen Presse" durch. Und davon waren nichtmal die Hälfte ein Interview.

Die ersten zwei Minuten und 14 Sekunden verbringt Weidel damit, die Journalisten anzuweisen, ja kein Foto zu machen, auf dem sie wieder "einen Gesichtshänger" hat.

"Von mir werden dann immer nur die Gesichtshänger-Bilder genommen, dass es möglichst hässlich aussieht", sagt sie. (Anm. d. Red.: Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, hier keinen "Gesichtshänger" zu verbauen).

Dann geht es ins Interview - und schon beim ersten Thema gibt Weidel auf.

Die Journalisten sagen: Sie stehen ja auch für diese AfD, die sich auch mal, sagen wir ruhig islamfeindlich, ausländerfeindlich präsentiert.

Weidel antwortet: "Nee, ich habe jetzt keine Lust mehr."

"Okay?", fragen die Journalisten verwundert.

Weidel: "Wir sind weder islam- noch ausländerfeindlich"

Weidel antwortet mit einer Behauptung, die AfD-Politiker so oder so ähnlich gerne hervorkramen, wenn Journalisten sie nach dem ausländerfeindlichen Profil der Partei fragen. Wie bei "Wie geht's Deutschland", dem ARD-"Fünfkampf" und einem Talk bei Phoenix.

"Wir sind weder islam- noch ausländerfeindlich", sagt Weidel.

Dass die Partei allerdings mit der vom Verfassungsschutz beobachteten und rechtsextremen "Identitären Bewegung" gemeinsame Sache macht, dass Weidel wie auch ihr Kollege Alexander Gauland die Staatsministerin Aydan Özoguz nach Anatolien "entsorgen" will und dass AfD-Landeschef Andre Poggenburg "Deutschland den Deutschen" fordert - diesen unangenehmen Wahrheiten will sich Weidel offenbar nicht stellen.

Ganz zu Schweigen von den vielen rassistischen und fremdenfeindlichen Vorfällen, die es aus den AfD-Landesverbänden zu berichten gibt.

Weidel verabschiedet sich dann aus dem Interview mit Vorwürfen an die Journalisten, deren Fragen seien zu unqualifiziert. Ähnlich rechtfertigte sie schon ihren Abgang aus der ZDF-Sendung "Wie geht's Deutschland" (diesen könnt ihr im Video oben sehen).

Weidel sagt:

"Das sind mir zu unqualifizierte Fragen. Ich mach das nicht mehr. Es tut mir leid. Mit Rassismus und ausländerfeindlich und so. Ich brauch das alles nicht. Dann müssen Sie sich vernünftige Fragen differenziert überlegen, aber ich mach das hier nicht. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag."

Das letzte Wort in dem Gespräch hat laut "Oberhessischer Presse" übrigens "Weidels Begleiter".

Der sagt: "Sie können sich ja mal das Programm durchlesen". Haben wir gemacht. Darin ist zum Beispiel die Rede davon, weniger Steuergelder für die Aufarbeitung der Schrecken des Hitler-Regimes aufzubringen. Außerdem fordert die Partei den "Erhalt des deutschen Staatsvolks".

Damit ist dann auch alles gesagt.

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(jg)

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