Frau stirbt an rätselhafter Infektion - jetzt hat ihre Schwester einen eindringlichen Appell

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  • Eine junge Frau aus Großbritannien hat sich auf unerklärliche Weise mit einem Virus angesteckt und starb nach wenigen Wochen an Leberversagen
  • Ihre beiden kleinen Söhne müssen nun ohne Mutter aufwachsen
  • Die Schwester der Toten kämpft nun dafür, dass sich mehr Menschen zu einer Organspende bereit erklären

Was Jade Gulliver widerfahren ist, klingt wie der Plot eines schlechten Films. Die 27-jährige Britin war völlig gesund, dann steckte sie sich auf rätselhafte Weise mit einem Virus an. Nach wenigen Wochen war die junge Mutter tot - die Ärzte konnten sie nicht retten.

“Keiner kann sich erklären, wie die Infektion in ihren Körper gelangt ist”, sagte ihre Schwester, Crystal Gulliver, der HuffPost UK. “Sie hatte keinerlei Symptome. Das Einzige: Als sie an einem Morgen im Mai aufwachte, waren ihre Augen leicht gelblich gefärbt.”

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Jade Gulliver; CREDIT: NHS BLOOD AND TRANSPLANT

Ihre Schwester habe auf Nummer sicher gehen wollen und sie in die Notaufnahme gefahren. Dort konnten die Ärzte aber nichts finden und schickten die 27-Jährige wieder nach Hause.

"Die Ärzte konnten nicht feststellen, woher die Infektion kam"

Eine Woche später jedoch wachte Gulliver mit starken Wassereinlagerungen in ihren Knöcheln auf. Sie fuhr erneut ins Krankenhaus. Nach zehn Tagen stand noch immer nicht fest, woran sie litt und sie wurde ins größere Kings College Hospital in London verlegt.

Dort stellten die Ärzte fest: Sie war unter unerklärlichen Umständen an viraler Hepatitis erkrankt. “Sie fragten sie nach Tattoos, Bluttransfusionen und allem möglichen anderen, aber sie konnten nicht feststellen, woher die Infektion kam”, sagte Crystal.

Plötzlich verschlechterte sich Jades Gesundheitszustand rapide und am 10. Juli war klar, dass sie eine neue Leber brauchen würde, um zu überleben.

“Sie wurde kränker und kränker - sie wollte nichts mehr essen und ihr Körper war von der Flüssigkeitseinlagerung stark aufgeschwemmt”, sagte ihre Schwester.

Die junge Mutter wurde ins künstliche Koma versetzt

“Es war schrecklich, als die Ärzte uns mitteilten, dass sie eine Transplantation brauchen würde. Sie riefen uns alle in einem Raum zusammen und sagten uns, die Schäden seien bereits zu gravierend, als dass ihre eigene Leber sich noch selbst würde heilen können.”

Im Fernsehen höre man oft von Menschen, die eine solche Transplantation brauchen, sagte sie. “Aber man erwartet doch nicht, dass es jemandem passiert, den man kennt - vor allem nicht, wenn der so jung ist.”

Jade ging es nun mit jedem Tag schlechter. Die Klinik setzte sie auf die Transplantationsliste für Notfälle und versetzte sie in ein künstliches Koma, um ihr mehr Zeit zu verschaffen, bis ein Organ verfügbar sein würde.

“Ich kann gar nicht beschreiben, wie schlimm es war, jeden Tag auf einen Telefonanruf zu warten, der nie kam”, sagte Crystal.
Jade starb am 28. Juli. Sie hinterlässt zwei kleine Söhne, einer drei Jahre, der andere ein halbes Jahr alt.

Die Schwester der Toten setzt sich nun für Organspende ein

Ihr Tod ist nun drei Jahre her. Wie sich die junge Mutter mit dem Virus angesteckt hat, ist noch immer unklar.

Ihre Schwester und ihre Eltern kümmern sich seitdem gemeinsam mit Jades Freund um die beiden Kinder Kai und Max.

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Jades Schwester Crystal Gulliver mit den Söhnen der Toten; CREDIT: NHS BLOOD AND TRANSPLANT

Anlässlich der Organ Donation Week (Organspendewoche), die vom 4. bis zum 10. September in Großbritannien auf die Bedeutung von Organspende aufmerksam macht, hat Crystal die Geschichte ihrer Schwester öffentlich gemacht.

Mehr zum Thema: Was ihr über den Organspendeausweis wissen solltet

Sie hat bereits an mehreren Informationsveranstaltungen teilgenommen und versucht, möglichst vielen Menschen klarzumachen, wie wichtig Organspenden sind.

Anderen Familien soll ähnliches Leid erspart werden

“Wir zeigen den Jungs regelmäßig Bilder ihrer Mutter”, sagte sie. “Sie denken immer noch oft, sie sei am anderen Ende der Leitung, wenn jemand anruft. Es ist schrecklich mit anzusehen. Es bricht uns das Herz.”

Bevor diese Tragödie ihre Familie zerrissen habe, sei auch ihr die Bedeutung von Organspenden nicht bewusst gewesen, sagte sie. “Erst wenn dir so etwas selbst passiert ist, wird dir klar, wie sehr viele Menschen auf Organspenden angewiesen sind.”

Jetzt wolle sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um anderen Familien ein ähnliches Schicksal zu ersparen. “Ich wünsche mir, dass keine Familie das durchmachen muss, was wir erlebt haben.”

Auch Experten kritisieren ein mangelndes Bewusstsein beim Thema Organspende. “Es ist eine Tragödie”, sagte Anthony Clarkson vom National Health Service, der HuffPost. “Hunderte Menschen sterben jedes Jahr unnötig, weil sie auf eine Transplantation warten müssen.”

Hunderte Menschen allein in Großbritannien wohlgemerkt.

Viele Todesfälle, die verhindert werden könnten

“Wenn jeder, der grundsätzlich für Organspende offen ist, darüber sprechen würde und einwilligen würde zu spenden, könnten die meisten dieser Menschen gerettet werden.”

Clarkson hat einen Appell an alle: “Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich als Spender zur Verfügung stellen sollen, fragen Sie sich bitte: Was würde ich tun, wenn jemand aus meiner eigenen Familie eine Transplantation braucht? Würden Sie selbst eine lebensrettende Spende annehmen? Wenn Sie selbst ein Organ annehmen würden - sollten Sie dann nicht auch bereit sein zu spenden?”

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der HuffPost UK und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

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(ks)

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