"Harvey, "Irma", "Jose": Treten Wirbelstürme häufiger auf? Das sagen Forscher

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  • Eine Woche, nachdem Hurrikan "Harvey" die USA verwüstete, zieht erneut ein Wirbelsturm durch die Karibik und hinterlässt schwere Schäden und Tote
  • Nehmen die Stürme zu? Das sagen Forscher


Der Hurrikan "Irma"
hat die Karibik schwer verwüstet. 95 Prozent der Karibikinsel St. Martin seien zerstört worden, mindestens acht Menschen hätten ihr Leben verloren, teilte die dortige Verwaltung mit.

Der Wirbelsturm zog am Mittwoch über die Karibikinseln Saint-Barthélemy, St. Martin und Barbuda hinweg. Am Donnerstag bewegt “Irma” sich in Richtung der Dominikanischen Republik, Haiti und der Bahamas.

"Es war wie im Horrorfilm", sagte eine Frau auf Barbuda einem antiguanischen Fernsehsender. "Menschen liefen von Haus zu Haus, Autos flogen durch die Luft."

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Große Zerstörungen hat "Irma" auf der Antilleninsel St. Martin hinterlassen.

Nur eine Woche nachdem der Tropensturm "Harvey" den Süden der USA unter Wasser gesetzt hat, richtet ein weiterer Sturm großen Schäden an. Nimmt die Häufigkeit von schweren Stürmen zu?

Vier Fragen über die Hurrikan-Saison:

1. Warum hat sich erneut ein schwerer Hurrikan gebildet?

Die Entstehung von Wirbelstürmen wird derzeit von den hohen Wassertemperaturen im Atlantik und im Golf von Mexiko begünstigt. Hurrikane können ab einer Wassertemperatur von 26 Grad entstehen.

Die Temperaturen sind laut Meteorologen in diesem Jahr höher als sonst.

"Irma" ist der schwerste jemals in der Region registrierte Tropensturm mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde.

Der Sturm bewegte sich mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest.

Derzeit ist "Irma" als Hurrikan der stärksten Kategorie 5 eingestuft.

Aber auch nach "Irma" ist die Gefahr nicht gebannt. Dahinter zieht Hurrikan "José" auf, im Golf von Mexiko erreichte Hurrikan "Katia" am Donnerstag Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde.

Es ist das erste Mal seit 2010, dass drei aktive Hurrikane zugleich auf dem Atlantik aufziehen, berichtet der US-Sender CNN.

2. Gibt es derzeit wirklich mehr Hurrikane als sonst?

Im vergangenen Jahr habe es aufgrund des Klimaphänomens "El Niño" weniger Hurrikans gegeben, teilte der Deutsche Wetterdienst mit.

"Man kann bisher noch nicht feststellen, dass es wirklich eine Zunahme gibt und der Klimawandel dazu geführt hat, dass Hurrikans im Atlantik häufiger auftreten", sagte der Tornadobeauftragte des Deutschen Wetterdienste (DWD), Andreas Friedrich, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die gefühlte Zunahme von Hurrikans findet sich also nicht in den Wetterdaten. Die USA erlebten sogar eine regelrechte Hurrikan-Flaute in den vergangenen Jahren.

Vor "Harvey" war Hurrikan "Wilma" 2005 der letzte große Wirbelsturm, der das Festland der USA traf.

3. Welche Rolle spielt der Klimawandel?

Die Wissenschaft ist sich nicht einig, ob der Klimawandel dazu führt, dass mehr Wirbelstürme entstehen.

Forscher gehen dagegen davon aus, dass die Erderwärmung die schlimmsten Stürme noch stärker und feuchter machen wird.

Kürzlich haben Wissenschaftler auch einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und einer künftigen rapiden Intensivierung von Stürmen hergestellt.

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4. Welche Route wird “Irma” nehmen?

“Irma” wird weiterhin sehr gefährlich bleiben. Das liegt auch an der ungünstigen Zugbahn: Der Hurrikan wird fast ausschließlich auf warmem Wasser mit Temperaturen von 26 bis 30 Grad unterwegs sein und das brauche so ein Hurrikan “als Energiequelle”, sagte DWD-Mitarbeiter Friedrich.

Am Donnerstag trifft “Irma” voraussichtlich Haiti, die Dominikanische Republik und die westlichen Ausläufer der Bahamas.

Kuba wird am Freitag möglicherweise nur vom Rand des Hurrikans betroffen sein. In der Nacht zum Sonntag wird "Irma" voraussichtlich auf Florida treffen.

Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Gouverneur Rick Scott am Mittwoch dem Sender ABC. Der Flughafen Orlando kündigte an, den Betrieb am Samstagnachmittag einzustellen.

US-Fluglinien strichen bislang Dutzende Flüge. Auch für Teile der Bundesstaaten Georgia, North Carolina und South Carolina riefen als Vorsichtsmaßnahme den Notstand aus.

Mit Material der dpa.

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(ujo)

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