Wenn Rassisten lachen: Gauland und Steinbach machen Witze über Integrationsbeauftragte Özuguz

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Wenn Rassisten lachen: Gauland und Steinbach machen üble Witze über Integrationsbeauftragte Özuguz | dpa
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  • Rassismus gehört in der AfD mittlerweile zum normalen Umgangston
  • Auf einer AfD-Veranstaltung in Pforzheim wurden so auch vollkommen ungeniert unsägliche Türken-Witze gerissen

Auch Rassisten lachen gerne.

So zu sehen bei den Auftritten des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und der AfD-Posterdame Erika Steinbach am Mittwochabend in Pforzheim. Ersterer hatte sich kürzlich über die Integrationsbeauftragte Aydan Özuguz ausgelassen, "entsorgen" wolle er sie, in Anatolien.

Die SPD-Politikerin zeigte sich von den Äußerungen schockiert - bei der AfD fand man sie witzig. Zumindest wurde laut einem Bericht der "Welt" in Pforzheim herzlich gelacht, als Gauland und Steinbach Türken-Witze machten.

Gauland versucht sich an fremdenfeindlicher Komik

Laut der Zeitung sagte Gauland unter großem Gelächter zum Fall Özuguz: "Ich habe eigentlich nur Frau Özoguz einen längeren Urlaub in einem Land empfohlen, wo sie offenbar mehr von der Kultur versteht." Aydan Özuguz ist geborene Hamburgerin - einem Fremdenfeind wie Gauland ist das scheinbar egal. Hauptsache, die schlechte Pointe stimmt.

Der "Welt" bestätigte Gauland sogar ausdrücklich seine Meinung, die SPD-Politikerin Özuguz habe wegen ihrer Ansichten "in diesem Land nichts verloren." Gauland sagte der Zeitung, er würde sich wünschen, "dass Frau Özoguz dorthin zurückkehrt, wo sie offensichtlich besser aufgehoben ist".

Noch einmal: Aydan Özuguz ist geborene Hamburgerin und Deutsche.

Bei Erika Steinbach wird es "abenteuerlich"

Eine Tatsache, die offenbar auch Erika Steinbach gerne ignoriert.

Laut der "Welt" sagte sie in Pforzheim zu der Aufregung um Gaulands Aussagen gegenüber Özuguz: "Sich zu empören, wenn Alexander Gauland sagt, wir wollen sie entsorgen in eines der beliebtesten Urlaubsgebiete der Deutschen, nach Anatolien – das ist schon abenteuerlich."

Abenteuerlich ist dabei vor allem Steinbachs Einstellung zur AfD: Fremdenfeindlich genug, um für die Rechtspopulisten Wahlkampf zu machen, aber zu bürgerlich-spießig, um in die Partei einzutreten.

Dennoch: Auch Steinbach wurde für ihren ach so gelungenen Türken-Witz gefeiert.

Die eigentlich Pointe des AfD-Abends in Pforzheim: Wenn Rassisten lachen, dann nicht, weil etwas lustig ist.

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(ujo)