Von wegen Krise in der EU: Eine Umfrage zeigt die Euphorie in Europa

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PULSE OF EUROPE
Krise in der EU? Eine Umfrage zeigt Euphorie in Europa | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • In den letzten Monaten ist die Zustimmung für die EU stark gestiegen - außer in Italien
  • Doch besonders in Deutschland ist die Begeisterung groß, auch aufgrund der starken Wirtschaft

Osteuropa weigert sich Flüchtlinge aufzunehmen, Polen streitet sich mit Brüssel und , Ungarn fordert EU-Gelder für seinen Sperrzaun.

Viel Unmut, in der europäischen Union.

Doch nun zeichnet eine Umfrage ein gänzlich anderes Bild. In den fünf der größten Mitgliedstaaten ist die Zustimmung zur EU in den letzten 16 Monaten stark gestiegen. Das zeigt die "Eupinions"-Umfrage der Bertelsmann Stiftung.

Demnach ist die EU-Begeisterung insbesondere in Frankreich (plus 17 Prozent), Deutschland und Polen (jeweils plus 13 Prozent) stark angestiegen. Einzig in Italien hielt sich die Euphorie zurück.

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Quelle: "Eupinions"-Umfragen der Bertelsmann Stiftung

Optimismus in Deutschland

"Der Brexit war die beste Werbung für die EU seit Jahren", sagt Isabell Hoffmann, eine der Autorinnen der Bertelsmann-Studie, der "Welt". "Danach sind die Zahlen gestiegen."

Ein weiterer Grund für den Anstieg: Die positiv bewertete wirtschaftliche Entwicklung in den Staaten. Auffallend ist: Die Deutschen sind wesentlich positiver gestimmt als ihre europäischen Nachbarn und geben ihrem eigenen Land deutlich bessere Noten als der EU.

Am deutlichsten wird die positive Grundstimmung der Bundesbürger bei der Frage nach dem Zustand des eigenen Landes und der Demokratie. In beiden Kategorien sind die Deutschen im EU-Vergleich Spitzenreiter in puncto Optimismus: 59 Prozent der Deutschen sind zufrieden mit der Entwicklung des eigenen Landes; 63 Prozent sind mit der deutschen Demokratie zufrieden.

Die Zustimmung zur Entwicklung des eigenen Landes ist in Deutschland seit März 2017 sprunghaft angestiegen. Im Frühjahr waren nur 32 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickelte, im Sommer waren es 59 Prozent.

Italiener am unzufriedensten mit ihrem Land

Die Italiener sind am unzufriedensten mit ihrem Land. Nur 13 Prozent der Befragten gaben ihre Zufriedenheit mit dem eigenen Heimatland an.

In Frankreich, wo mit Emmanuel Macron ein neuer Staatspräsident angetreten ist, sind die Pessimisten weiterhin in der Mehrheit, aber auch ihr Anteil ging deutlich zurück: Während im Frühjahr nur 12 Prozent der Franzosen angaben, ihr Land entwickele sich in die richtige Richtung, waren es im Sommer 2017 schon 36 Prozent.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Auch wirtschaftlich haben die Bundesbürger offenbar wenig zu beklagen: Für drei Viertel (77 Prozent) hat sich die wirtschaftliche Situation entweder verbessert (34 Prozent) oder ist gleich geblieben (43 Prozent).

Nur in Italien gibt mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) an, dass sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechtert hat.

Für die regelmäßige "Eupinions"-Umfrage hat die Bertelsmann-Stiftung zusammen mit Dalia Research im Juli 2017 10 755 Menschen befragt. Die Studie ist repräsentativ für die EU und die sechs größten Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen.

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(jg)

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