Candida auris: Neue Pilzinfektion breitet sich in Deutschland aus - was ihr jetzt wissen müsst

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Besonders für Frühchen ist der Pilz gefährlich. | iStock
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  • Mediziner haben den Hefepilz Candida auris erst 2009 entdeckt
  • Bis jetzt lässt er sich nur im Labor feststellen
  • Für Schwerstkranken könnte eine Infektion lebensgefährlich sein

Ein Hefepilz breitet sich aus - und er könnte für manche Menschen gefährlich sein: USA, Großbritannien und Indien haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Infektionen erfasst. Experten rechnen auch für Deutschland mit einer Zunahme der Fälle.

Nach einem Einzelfall 2015 hat das Nationale Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen in Jena in diesem Jahr bereits drei Fälle registriert. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Fallzahlen höher sind. Es gibt sicherlich Labors, denen der Erreger durchgerutscht ist", sagte Zentrumsleiter Oliver Kurzai am Mittwoch in Würzburg.

Der Hefepilz wurde 2009 erstmals in Asien nachgewiesen. Seitdem hat er sich Kurzai zufolge ungewöhnlich schnell weltweit ausgebreitet und bereits zu mehreren Ausbrüchen geführt.

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Für wenn der Hefepilz gefährlich sein könnte

Wichtig ist: Für einen gesunden Menschen stelle der Pilz keine Bedrohung dar, sagte Kurzai. Betroffen seien bislang vor allem Patienten, die sich während ihrer Behandlung im Krankenhaus mit dem Erreger infizierten.

Vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Diabetiker oder Frühgeburten ist der Pilz eine Gefahr - sie erleiden nach einer Ansteckung oft ein Multiorganversagen.

"Aufgrund der bislang vergleichsweise wenigen Fälle besteht allerdings noch kein klares Risikoprofil", sagte Kurzai.

Doch es gibt auch beunruhigende Daten aus den USA: Die die dortige Gesundheitsbehörde CDC hat - basierend auf den bislang vergleichsweise wenigen Fällen - festgestellt, dass etwa 40 bis 60 Prozent der mit Candida auris infizierten Patienten gestorben sind.

Ob der Pilz die Ursache war, lässt sich dabei allerdings meist nicht genau sagen, da es sich jeweils um schwerst kranke Patienten handelte.

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Wieso der Hefepilz gefährlich sein könnte

Was man derzeit weiß: Der Hefepilz, der gegen viele Anti-Pilz-Mittel resistent sein kann, kann zu Blutvergiftungen sowie Harnwegs- und Wundinfektionen führen. Speziell für diesen Pilz typische Symptome seien bislang nicht erfasst, sagte Kurzai. Der Erreger sei nur im Labor identifizierbar.

Aber: Viele diagnostische Labors seien noch nicht ausreichend auf erst seit einigen Jahren bekannten Hefepilz Candida auris vorbereitet. Auch medizinischem Personal ist der Erreger noch nicht ausreichend geläufig.

"Die aktuellen Standard-Verfahren für Pilzinfektionen erkennen diesen Hefepilz nicht. Im besten Fall zeigen die Tests nur, dass etwas nicht stimmt", erklärte der Mediziner von der Universität Würzburg. Die Hersteller der Testverfahren seien nun am Zug und müssten die Datenbanken aktualisieren, auf denen die Tests basieren.

"Das Wichtigste ist deshalb, dass man den Pilz erkennt." Noch gebe es zudem keine Meldepflicht für Infektionen mit Candida auris.

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(lk)

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