POLITIK
07/09/2017 12:45 CEST | Aktualisiert 10/09/2017 10:12 CEST

Bundestagswahl 2017: So könnt ihr per Briefwahl eure Stimme abgeben

dpa
Per Brief zu wählen ist ganz einfach.

  • Am 24. September ist die Bundestagswahl 2017

  • Wir zeigen euch, wie die Briefwahl funktioniert

  • Der Wahlleiter empfiehlt: Beantragt eure Unterlagen rechtzeitig

Die Bundestagswahl 2017 steht an. Und es ist vielleicht nicht einfach zu entscheiden, wen ihr wählt, aber seine Stimme abzugeben, ist einfach - unabhängig von Zeit und Ort.

Möglich macht dies die Briefwahl. Auf diesem Weg können Wahlberechtigte ihre Stimme zur Bundestagswahl 2017 schon vor dem 24. September abgeben - aus Deutschland und aus dem Ausland.

Nach einer Empfehlung des Bundeswahlleiters solltet ihr die Unterlagen aber so schnell wie möglich beantragen. Grundsätzlich könne der Antrag aber noch bis zum Freitag vor der Wahl gestellt werden.

Wer per Brief wählen möchte, muss den Wahlschein bei seiner Gemeinde persönlich oder schriftlich beantragen.

Im Notfall ist es sogar möglich, eine andere Person dazu bevollmächtigen, für den Wahlberechtigten zu wählen.

Eine Briefwahl ist nicht kompliziert - wenn man weiß, was man beachten sollte.

Wer die Briefwahl wählt, muss zunächst den Wahlschein beantragen

Für die Briefwahl benötigt ihr den sogenannten Wahlschein. Diesen könnt ihr in der Gemeinde eures Hauptwohnortes beantragen. Ihr könnt hierfür den Vordruck auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung nutzen oder ihr schickt einen formlosen Antrag per Mail, Fax oder auf dem Postweg an die Zuständigen in eurer Kommune.

Wichtig hierbei ist: Um per Brief zu wählen, müsst ihr bei diesem (formlosen) Antrag keine Gründe nennen, jedoch euren Vor- und Familiennamen, euer Geburtsdatum angeben sowie die Adresse, an den der Wahlschein samt Briefwahlunterlagen geschickt werden sollen.

Telefonisch könnt ihr den Antrag auf den Wahlschein nicht stellen, dafür in einigen Gemeinden online. Wer es eilig hat, kann auch seinen Wahlschein persönlich im Wahlkreisbüro abholen.

Die Beantragung ist in jedem Fall noch bis zum 22. September um 18 Uhr möglich.

Übrigens: Mit dem Wahlschein ist es auch möglich, in einem anderen Wahlbezirk zu wählen. Allerdings muss dieser im Wahlkreis liegen. Außerhalb des Wahlkreises ist ein Urnengang nicht möglich.

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Welche Unterlagen bekommt ihr zugeschickt?

Nachdem ihr den Antrag gestellt habt, erhaltet ihr per Post die Unterlagen an die angegebene Adresse. Im Umschlag befinden sich:

  • der Wahlschein

  • der amtliche Stimmzettel

  • der amtliche Stimmzettelumschlag in blau

  • der amtliche Wahlbriefumschlag in rot

  • ein Merkzettel zur Briefwahl

So gebt ihr eure Stimme ab

Auf dem Stimmzettel gebt ihr - selbst und unbeobachtet - eure Stimme mit einem Kreuz ab.

Mit der Erststimme wählt ihr einen Kandidaten oder eine Kandidatin für euren Wahlkreis.

Die Zweitstimme gebt ihr einer Partei, die, wenn sie fünf Prozent der Stimmen erhalten hat, in den Bundestag einzieht.

Den Stimmzettel steckt der Wahlberechtigte in den blauen Stimmzettelumschlag und klebt ihn zu.

Dann unterschreibt ihr die “Versicherung an Eides statt zur Briefwahl” auf dem Wahlschein und verseht ihn mit Datum und Ort.

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Wer übernimmt das Porto?

Legt den unterschriebenen Wahlschein und den blauen Wahlschein in den roten Wahlbriefumschlag und verschließt ihn und sendet ihn an die angegebene Adresse. Ihr könnt ihn natürlich auch persönlich im Wahlkreisbüro abgeben.

Den Umschlag können Wahlberechtigte innerhalb Deutschlands unfrankiert verschicken.

Wenn ihr den Brief aus dem Ausland versendet, dann müsst ihr euch darüber informieren, wie hoch das Porto für einen Brief jeweils ist. Je nachdem in welchem Land ihr euch aufhaltet, solltet ihr den Wahlschein möglichst frühzeitig beantragen und abschicken, damit er rechtzeitig ankommt.

Wann solltet ihr die Unterlagen spätestens abschicken?

Die Briefwahlunterlagen müssen das Wahlbüro bis spätestens 18 Uhr am Wahlsonntag erreichen. Denn dann beginnen die Wahlhelfer mit der Stimmzählung. Später eingegangene Stimmzettel können nicht mehr berücksichtigt werden.

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Schickt den Umschlag also rechtzeitig ab. Ihr solltet um ganz sicher zu gehen, den Brief drei Werktage vor der Wahl in die Post geben.

Wie werden die Stimmen ausgezählt?

Die eingegangenen Briefe werden im Wahlbüro gesammelt und am Wahlsonntag ab 15 Uhr geöffnet. Nachdem die Wahlhelfer die ungültigen aussortiert haben, werfen sie die verschlossenen Stimmzettelumschläge in die Wahlurne. Ab 18 Uhr zählen die Wahlbüros die Stimmen öffentlich aus.

Die Brief-Stimmen sind also bereits im vorläufigen Wahlergebnis enthalten

Es gibt also keine guten Ausreden, nicht zu wählen.

Bei der vergangenen Bundestagswahl 2013 betrug der Anteil der Briefwähler 24,3 Prozent - damit war Quote hoch wie nie zuvor. Laut einer im August veröffentlichten Umfrage wollen in diesem Jahr sogar rund 30 Prozent der Wähler vor der Möglichkeit Gebrauch machen.

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Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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Mit dpa-Material.

(cho)

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