"Ich bin Trumps 'Wingman'": Ex-Berater Bannon spricht in einem Interview über seine Pläne

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"Ich bin Trumps 'Wingman'": Ex-Berater Bannon spricht in einem Interview über seine künftigen Pläne | Getty
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  • Steve Bannon hat sein erstes Fernsehinterview seit seinem Austritt aus der US-Regierung gegeben
  • Der ehemalige Chefstratege beschreibt darin sich selbst und US-Präsident Trump als "Straßenkämpfer"

Steve Bannon hat viele Spitznamen. Einige Kommentatoren nannten den umstrittenen Chefberater des US-Präsidenten den "Schattenpräsidenten", für das "Time"-Magazin war er der "große Strippenzieher".

Nun hat Bannon die US-Regierung verlassen
- und ist zurückgekehrt zu rechten Webseite "Breitbart". Dem US-Fernsehsender CBS Television Networks hat Bannon ein erstes Interview seit seinen Abgang aus dem Weißen Haus gegeben.

Das volle Interview erscheint am Sonntag, vorab ist schon ein kurzer Ausschnitt verfügbar. Im Gespräch mit Moderatoren-Legende Charlie Rose in der Sendung "60 Minutes" gibt er sich selbst eine neue Bezeichnung:

Er sei ein "Straßenkämpfer, sagt Bannon.

"Trump ist ein Boxer"

Das sei auch der Grund, warum US-Präsident Donald Trump und er so gut miteinander auskommen würden. "Er ist ein Kämpfer, ein großartiger Konterboxer", sagt Bannon.

Der ehemalige Investmentbanker ist noch immer eine kontroverse Figur in der amerikanischen Öffentlichkeit. Vor seiner Zeit mit Trump leitete bereits einige Jahre lang die rechtspopulistische Website "Breitbart News" und machte sie zum Sprachrohr der rechtsradikalen Alt-Right-Bewegung.

In der Trump-Regierung trat er für eine harte Abschottungspolitik und einen rigorosen Nationalismus ein. Er war mit federführend beim Beschluss, ein Einreiseverbot gegen Muslime zu verhängen.

"Ich bin Trumps 'Wingman'"

Der ideologische Hardliner lässt im Interview mit CBS auch keinen Zweifel daran: Nach wie vor ist Sinn und Zweck seines Handelns, Donald Trump zu unterstützen und vor seinen Gegnern zu beschützen.

Er sei Trumps “Wingman”, erklärt er Moderator Charlie Rose. Im Jargon der Luftwaffe ist ein "Wingman" ein Pilot, der seinen Kollegen in feindlicher Umgebung schützt.

Und tatsächlich ist Bannon auch außerhalb des Weißen Haus eine einflussreiche Kraft in der US-Politik. Das zeigt Trumps jüngste Entscheidung vom Dienstag, eine Regelung abzuschaffen, die hunderttausende Kinder von illegalen Migranten vor der Abschiebung schützt.

"Breitbart" hatte gegen die sogenannte DACA-Regelung mobilisiert. In den vergangenen Tagen verging kaum ein Tag, in dem auf der Webseite nicht für die Abschaffung der Regelung Stimmung gemacht wurde.

Bannon muss gar nicht mehr in Trumps Ohr flüstern. Durch "Breitbart" hört ihn der US-Präsident immer noch.

"Ich war der einzige, der ihn verteidigt hat"

Im Interview mit CBS macht Bannon auch einmal mehr deutlich, was ihn als Ideologe so gefährlich macht.

"Ich war der einzige, der ihn verteidigt hat", sagt Bannon über die zurückhaltende Reaktion von Trump auf die rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville. In der kleinen Studentenstadt im Bundesstaat Virginia sind bei einer Demonstration von rechten und rechtsextremen Gruppen drei Menschen gestorben, 35 Personen wurden verletzt.

US-Präsident Trump verurteilte im Nachgang nicht ausdrücklich die rechte Gewalt - und löste damit große Empörung aus. "Ich war stolz, ihn zu verteidigen", sagt Bannon über die Kontroverse.

Das Interview mit CBS macht deutlich: Bannon steht noch immer hinter Trump - und er hat den Gegner des US-Präsidenten den Kampf angesagt.

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(ll)

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