Umfrage-Debakel für die SPD: Schulz droht bei der Wahl ein historisch schlechtes Ergebnis

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Umfrage-Debakel für die SPD: Schulz droht bei der Wahl ein historisch schlechtes Ergebnis | dpa
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  • Im ARD-Deutschlandtrend rutscht die SPD auf ihr niedrigstes Umfrage-Ergebnis seit Januar ab
  • CDU-Chefin Merkel kann ihren Vorsprung in der Kanzlerfrage ausbauen

Das TV-Duell sollte die Wende für die SPD bringen. Doch aktuelle Umfrage-Ergebnisse bedeuten keine besseren Nachrichten für Kanzlerkandidat Martin Schulz. Im Gegenteil.

Im neuen ARD-Deutschlandtrend - der ersten Umfrage mit der Sonntagsfrage, die nach dem Live-Schlagabtausch Merkel-Schulz erhoben wurde - rutscht die SPD von 23 auf 21 Prozent ab.

In diesem Loch saßen die Sozialdemokraten schon einmal. Anfang Januar erreichten sie 20 Prozent.

Schlechter als 2009?

Der Vorsitzende hieß damals noch Sigmar Gabriel. Im Januar soll Gabriel dann Schulz die Kandidatur und den Parteivorsitz angeboten haben. Auf die Nominierung folgte ein Medienrummel um den neuen Hoffnungsträger der SPD - und ein Höhenflug in den Umfragen.

Nach drei verlorenen Landtagswahlen droht die SPD nun aber, ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei der Bundestagswahl 2009 von 23 Prozent noch zu unterbieten.

Hier das Ergebnis der Umfrage im Überblick:

CDU/CSU: 37 Prozent
SPD: 21 Prozent (minus 2 Prozentpunkte)
AfD: 11 Prozent
Linke: 10 Prozent (plus 1)
FDP: 9 Prozent (plus 1)
Bündnis 90/Die Grünen: 8 Prozent

Als Regierungsbündnisse wären demnach eine Fortsetzung der Großen Koalition von Union und SPD möglich oder ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen. Schwarz-Gelb, die Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grüne sowie Rot-Rot-Grün hätten dagegen keine Mehrheit.

54 Prozent wollen Merkel als Kanzlerin

Nach dem TV-Duell baut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Umfrage zufolge auch ihren Vorsprung bei der Kanzlerpräferenz aus.

Bei einer Direktwahl würden 54 Prozent und damit fünf Punkte mehr als zuletzt für die Amtsinhaberin stimmen. Für den SPD-Herausforderer Schulz würden sich unverändert 26 Prozent der Befragten entscheiden. 14 Prozent (minus 4 Prozentpunkte) würden keinen der beiden direkt wählen.

52 Prozent der Bürger wollen demnach, dass die nächste Bundesregierung von der CDU/CSU geführt wird - nach 49 Prozent Anfang August. 30 Prozent wünschen sich eine SPD-geführte Regierung, vor einem Monat waren es noch 38 Prozent.

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(jg)

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